Das Recht auf Nichterreichbarkeit in der Freizeit muss ins Arbeitsgesetz

Das Recht auf Nichterreichbarkeit in der Freizeit muss ins Arbeitsgesetz © Eidg. Parlamentsdienste
11.03.2021

transfair und seine Co-Präsidentin und Nationalrätin Greta Gysin haben heute eine Motion eingereicht, um allen Arbeitnehmenden das Recht auf Nichterreichbarkeit in ihrer Freizeit zu garantieren. Aufgrund der aktuellen Ausweitung von Homeoffice verschwimmt die Grenze zwischen Berufs- und Privatleben zunehmend. Das kann die Gesundheit der Arbeitnehmenden gefährden. transfair fordert ein klares Bekenntnis zum Gesundheitsschutz. Mit verschiedenen Sozialpartnern hat transfair dieses explizite Recht bereits in mehreren Gesamtarbeitsverträgen verankert. Nun fordert transfair die Anpassung des Arbeitsgesetzes.

transfair engagiert sich für einen ausreichenden Gesundheitsschutz

Aufgrund der Corona-Pandemie hat sich die Arbeit im Homeoffice stark verbreitet, und die Arbeitsgewohnheiten zahlreicher Menschen wurden über den Haufen geworfen. Eine Folge davon ist, dass die Grenze zwischen Arbeit und Privatleben immer stärker verschwimmt. Tatsächlich ist Homeoffice ein zweischneidiges Schwert. Es gibt viele Vorteile, darunter weniger Reisezeit zum Arbeitsplatz, grössere Autonomie und Flexibilität. Doch transfair schlägt Alarm: flexible Arbeitsformen stellen ein echtes Gesundheitsrisiko dar. Es braucht Schutzmassnahmen.

transfair und seine Co-Präsidentin Greta Gysin verlangen eine Änderung des Arbeitsgesetzes

Als Vorreiter hat transfair bereits in mehreren Gesamtarbeitsverträgen (GAV) mit seinen Sozialpartnern ein Recht auf Nichterreichbarkeit in der Freizeit verhandelt. Dieses Recht garantieren unter anderem die GAV von Swisscom, der Post, SBB und SBB Cargo. Greta Gysin, die Co-Präsidentin von transfair, bezieht eine klare Position: «Jetzt ist es an der Zeit, diese Forderung auszuweiten und dieses Recht für alle Mitarbeitenden zu garantieren.» Sie hat heute deshalb eine entsprechende Motion eingereicht.

Die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben ist gefährdet

Durch die Arbeit zu Hause wird die ständige Erreichbarkeit der Mitarbeitenden immer mehr zum Thema. Travail.Suisse schätzt, dass im Jahr 2020 rund 30 Prozent der Arbeitnehmenden sehr häufig mit dem Problem der ständigen Erreichbarkeit konfrontiert waren («Barometer Gute Arbeit», Travail.Suisse). Erleichtert wird dies zusätzlich durch den Einsatz von digitalen Arbeitsmitteln, die eine Verbindung zu jeder Zeit und an jedem Ort ermöglichen. So ist es nicht verwunderlich, dass die Trennung zwischen Arbeit und Privatleben bedroht ist. transfair stellt fest: die Flexibilisierung von Arbeitsformen muss mit einer Stärkung der Gesundheitsschutzstandards für Arbeitnehmende einhergehen. Der mögliche Anstieg von Stress, Überforderung und die schwierige Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind Risiken, die sehr ernst genommen werden müssen.
Einsatzbereiche
Vereinbarkeit Beruf und Familie, Politik