Branchenversammlung im Paul Scherrer Institut

Öffentliche Verwaltung

Branchenversammlung im Paul Scherrer Institut

An der Branchenversammlung vom 27. Oktober 2022 trafen sich die Mitglieder im Paul Scherrer Institut (PSI) in Villigen und thematisierten wichtige Belange aus der Branche und dem Personalrecht. Erfreulich ist, dass die Mitgliederentwicklung auf Kurs bleibt.

Lea Lüthy
Die Teilnehmenden an der Branchenversammlung im PSI

In Kürze

  • Personalrecht: Neuerungen im Bereich Elternurlaub sowie in Bezug auf Arbeitszeitmodelle
  • Lohnverhandlungen gehen am 17. November in die letzte Runde
  • Bei den Renten steigt der Druck zu einem Ausgleich der Teuerung
  • Das BAZG und das BAFU stehen weiterhin im Fokus
  • Teilrevision der PVO-ETH noch nicht abgeschlossen

Neues aus dem Personalrecht

Seit erstem Januar 2022 haben frisch gebackene Väter Anrecht auf einen Vaterschaftsurlaub von 20 Arbeitstagen. Beim Mutterschaftsurlaub ist neu, dass sich dieser entsprechend verlängert, wenn das Neugeborene nach der Geburt einen Spitalaufenthalt benötigt.

Es besteht zudem das Recht auf Erhöhung des Beschäftigungsgrads nach vorangehender Senkung aufgrund von Geburt oder Adoption eines Kindes. Neu kann bei Mitarbeitenden mit Vertrauensarbeitszeit ein Sabbatical bereits ab Lohnklasse 18 in Anspruch genommen werden.

Stand Lohnverhandlungen

Die nächsten Verhandlungen finden am 17. November statt. Laut den aktuellen Prognosen des SECO beträgt die Teuerung im aktuellen Jahr 3,0 Prozent, vorangeschlagt wurden vom Bund hingegen lediglich 2,0 Prozent. Ausserdem ist die Differenz vom letzten Jahr von 0,1 Prozent noch hängig. transfair fordert den Ausgleich der gesamten Teuerung inklusive der Differenz von letztem Jahr – das Delta zu den eingestellten Mitteln könnte über einen Sockelbeitrag überbrückt werden.

Wie steht es um die Pensionskasse?

Der aktuelle Deckungsgrad der PUBLICA entspricht in etwa 100 Prozent, was zwar solide ist, aber keine grossen Sprünge erlaubt. Aufgrund der aktuell hohen Teuerung, ist ein Teuerungsausgleich auch bei den Renten ein Thema. Dieser ist 2004 letztmals erfolgt. Bis 2021 haben sich 5,1 Prozent Teuerung kumuliert, aufgrund der Prognosen sind für 2022 und 2023 weitere 5,3 Prozent zu erwarten. Die Notwendigkeit einer Anpassung steigt daher. Der aktuelle Deckungsgrad der PUBLICA erlaubt jedoch keine Anpassung durch die Kasse, sondern muss durch die Arbeitgeberin ausfinanziert werden. transfair und die weiteren Personalverbände verlangen dafür einen Finanzierungsplan.

Neues aus den Ämtern

Weiterhin im Fokus bleiben die Sozialplanverhandlungen mit dem BAZG. Während die Arbeitsgruppen ihre Arbeit beendet haben, laufen nun die Gespräche mit der Direktion. Die Verbände haben sich auf eine rote Linie geeinigt in Bezug auf Pensionierungsregelungen, Einsatzplanung, korrekter Ersatz für durchgehende Diensttouren und weitere Punkte. Ebenfalls angegangen werden muss die Thematik der Dienstwohnungen. Der Abschluss der Verhandlungen ist auf Ende Jahr geplant, Änderungen sind jedoch nicht auszuschliessen.

Beim BAFU haben transfair, PVB & VPOD eine Umfrage durchgeführt. Die Resultate sollen nun bei einem Treffen mit der Direktorin vorgelegt werden.

Das läuft im ETH-Bereich

Zuständig für den ETH-Bereich ist neu die wissenschaftliche Mitarbeiterin Olivia Stuber, die Nachfolgerin von Albane Bochatay. Die nächste Lohnverhandlung steht am 17. November an. transfair fordert den vollständigen Teuerungsausgleich plus die Nachkorrektur des Vorjahres von 0,1 Prozent. Ebenfalls besteht ein Nachholbedarf der Löhne im Vergleich zum Bund von 0,8 Prozent. Bei der Teilrevision der Personalverordnung ETH braucht es noch Nachbearbeitungen. Einerseits muss der Sozialplan aufgrund von Änderungen bei der Frühpensionierung angepasst werden, andererseits muss eine Funktionenliste aufgrund Änderungen bei der Finanzierung von Überbrückungsrenten erstellt werden. transfair positioniert sich in der Stellungnahme klar gegen diese Anpassungen, nun gilt es diese dennoch bestmöglich auszugestalten. Übergeordnet geben Themen wie Mobbing und befristete Arbeitsverträge zu reden.

Einblicke in den Forschungsalltag des PSI

Nach News aus den Regionen ging es am Nachmittag darum, mehr über die Arbeit des PSI zu erfahren. Das Nachmittagsprogramm startete mit einer allgemeinen Präsentation zum PSI im Besucherzentrum psi forum. Was ist das PSI und worauf konzentriert sich seine Forschung? 2'500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen jährlich am grössten Forschungsinstitut für Natur- und Ingenieurswissenschaften der Schweiz an den Themen Zukunftstechnologien, Energie, Health Innovation und Grundlagen der Natur. Das PSI betriebt aber auch weltweit einzigartige wissenschaftliche Grossforschungsanlagen, die Einblicke in die Vorgänge des Innern verschiedener Stoffe und Materialen erlauben. Beeindruckend ist ausserdem die vom PSI betriebene Anlage für die Protonentherapie zur Behandlung spezifischer Krebserkrankungen. Es handelt sich um ein besonders schonendes Verfahren, bei dem Tumore gezielt zerstört werden können, ohne das umliegende Gewebe zu beschädigen.

Im Anschluss tauchte transfair ins Forschungsgelände ein und erhielt einen spannenden Einblick in die ESI (Energy System Integration)-Plattform. Diese dient der Industrie und Forschung als Versuchsplattform, um Lösungsansätze zur Erreichung der «Energiestrategie 2050» zu erarbeiten. Dabei geht es mitunter um Fragen, wie überschüssiger Strom gespeichert oder Biomasse effizient genutzt werden könnten, um in Zukunft den Energieverbrauch zu reduzieren oder die Energie besser zu nutzen.