Angekündigte Sparmassnahmen verärgern SBB-Mitarbeitende

Öffentlicher Verkehr

Angekündigte Sparmassnahmen verärgern SBB-Mitarbeitende

Die SBB hat am 29. April 2022 die Personalverbände über geplante Sparmassnahmen beim Personal der SBB und SBB Cargo informiert. Der Spardruck kommt aus dem finanziellen Stabilisierungsprogramm der SBB mit dem Bund, das aufgrund der Corona-Verluste und der steigenden Verschuldung geschnürt wurde. Auch die Kantone machen Druck – sie wollen weniger Abgeltungen im Regionalverkehr bezahlen. Angesichts einer Jahresteuerung von aktuell mindestens 2,4 Prozent und dem Fachkräftemangel, sind die angekündigten Sparmassnahmen aus Sicht transfair kontraproduktiv. Der Personalverband lehnt sie deshalb ab.

Bruno Zeller

In Kürze

  • SBB & SBB Cargo müssen sparen
  • Der Druck kommt von der Politik, vom Bund und von den Kantonen
  • Mehrkosten bei der Pensionskasse & Krankentaggeld
  • Leistungskürzung im Falle von Berufsinvalidität
  • transfair lehnt die Massnahmen ab

Pensionskasse: Mehrbeiträge und Wegfall von Leistungen bei Berufsinvalidität

Die SBB will beim Stiftungsrat der Pensionskasse SBB beantragen, die Beiträge für die Risikoversicherung auf Parität zu stellen. Das bedeutet, dass Arbeitnehmende und Arbeitgeberin je 50 Prozent zahlen. Gemäss SBB soll neu der Beitrag von total 2 Prozent also so aufgeteilt werden, dass je 1 Prozent durch die Arbeitgeberin und Arbeitnehmenden bezahlt werden. Konkret kommt dies einem rund 0,4 Prozent höheren Lohnabzug zulasten der Mitarbeitenden gleich.

Ebenfalls will die SBB den Anspruch auf eine Berufsinvalidenrente bei der PK SBB aufheben lassen, was zulasten älterer Mitarbeitenden geht, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in eine andere Arbeitsstelle integriert werden können und keine volle IV-Rente erhalten.

Mehrbeiträge an den Krankheitskosten

Weiter will die SBB die Beteiligung des Personals an den Krankenkosten erhöhen: Von heute 1,2 Prozent auf 1,7 Prozent. Das bedeutet, dass die Mitarbeitenden 0,5 Prozent mehr bezahlen müssen. Eine Kompensation dieser Mehrbeiträge durch eine allfällige Lohnerhöhung lehnt die SBB schon im Vornherein ab.

Weiteres Vorgehen

Die SBB stellt sich vor, diese Sparmassnahmen per 1. Januar 2023 umzusetzen und mit den Lohnverhandlungen für das Jahr 2023 zu verbinden. Die Lohnverhandlungen mit der SBB sind jedoch aktuell erst im November geplant.

Dies die Ausgangslage zum Thema personalrelevante Sparmassnahmen. Innerhalb des Branchenvorstandes von transfair und der Verhandlungsgemeinschaft der Personalverbände wird transfair nun das weitere Vorgehen diskutieren. Weitere Informationen folgen.