Die Post baut schon wieder Stellen ab: Bis zu 110 Kündigungen geplant

Die Post baut schon wieder Stellen ab: Bis zu 110 Kündigungen geplant

Bereits zum zweiten Mal seit 2024 baut die Post bei ihren Management- und Supportfunktionen Stellen ab. In der aktuellen Runde rechnet sie mit bis zu 110 Kündigungen. Der Personalverband transfair fordert, dass die Post vor jeder Kündigung sämtliche Möglichkeiten zur Umschulung, Umplatzierung und Weiterbeschäftigung im Konzern ausschöpft und ihre Abbaupolitik überdenkt.

Kerstin Büchel
Eine junge Frau mit grimmigem Gesicht und Daumen runter mit gelbem Pulli vor gelbem Hintergrund

Die Post baut bei ihren Management- und Supportfunktionen schon wieder Stellen ab. Aufgrund der Abbaumassnahmen wird in mehreren Bereichen ein Konsultationsverfahren (siehe auch Box) durchgeführt. Der Personalverband transfair wird konkrete Vorschläge einreichen, um Kündigungen zu verhindern und möglichst viele Betroffene innerhalb des Konzerns weiterzubeschäftigen. Für transfair ist klar: Kündigungen dürfen erst dann geprüft werden, wenn alle Möglichkeiten zur Umplatzierung, Umschulung und Weiterbeschäftigung ausgeschöpft sind.

«Die Post darf Kündigungen nicht zum Normalfall ihrer Reorganisationen machen», sagt Greta Gysin, Präsidentin von transfair und Nationalrätin. «Sie muss alles daransetzen, die Betroffenen innerhalb des Konzerns weiterzubeschäftigen. Jede gestrichene Stelle ist ein Schicksalsschlag für die betroffenen Mitarbeitenden – und hat langfristige Konsequenzen für die Schweizer Wirtschaft.»

Abbau mittels Salamitaktik

Bereits im Januar 2024 strich die Post bei ihren Management- und Supportfunktionen Personal. Zudem baute sie in der Informatik rund 70 Stellen ab und änderte rund 100 Arbeitsverträge. Seither folgten weitere Abbaurunden bei PostAuto, PostFinance, PostNetz, in der IT und bei Digital Health. Insgesamt wurden in kurzer Zeit mehrere hundert Stellen gestrichen. transfair hat dieses Vorgehen vehement kritisiert und darüber wiederholt berichtet:

(Diese Zahlen entsprechen dem letztem Stand der Infos von der Post an transfair)

Hintergrund: Konsultationsverfahren

Das Gesetz schreibt bei Massenentlassungen ein Konsultationsverfahren vor: Die Unternehmen müssen ihre Personalvertretungen anhören. Diese können Vorschläge einbringen, um Kündigungen zu verhindern, zu verringern oder abzufedern. Die Unternehmen sind zur Prüfung der Vorschläge der Mitarbeitenden verpflichtet, nicht aber zur Umsetzung deren Anliegen. Als Sozialpartner der Post wird transfair seine Mitglieder und die betroffenen Mitarbeitenden während und nach dem Konsultationsverfahren unterstützen.