Warum das neue Gesetz schlecht ist fürs Lohnniveau
Mindestlöhne wirken dort, wo sie eingeführt wurden: Menschen sollen dadurch von ihrem Vollzeitlohn leben können. Und Mindestlöhne führen nicht zu Stellenverlust! Das zeigen die Erfahrungen aus Kantonen und Städten wie Genf, Neuenburg, Zürich, Winterthur und dem Tessin, die einen Mindestlohn eingeführt haben.
Das neue Gesetz höhlt diesen Schutz aus. Wenn ein GAV-Lohn unter dem demokratisch beschlossenen Mindestlohn liegen darf, sinkt das Lohnniveau in ganzen Branchen – unabhängig davon, was Kantone oder Gemeinden an der Urne entschieden haben. Firmen, die faire Löhne zahlen, geraten zudem unter Druck: Sie konkurrieren künftig mit Betrieben, die dank tieferer GAV-Ansätze günstiger anbieten können. Das schwächt den Lohnschutz in der ganzen Schweiz.
Hinzu kommt: Mindestlöhne sind Sache der Kantone und Gemeinden. Sie tragen die Kosten, wenn Löhne nicht zum Leben reichen und Menschen auf Sozialhilfe angewiesen sind. Das neue Gesetz entzieht ihnen genau das Instrument, mit dem sie das verhindern könnten.