Mindestlohn-Referendum

Referendum gegen den Min­dest­lohn-An­griff

Das Parlament will kantonale Mindestlöhne aushebeln – existenzsichernde Löhne würden nicht mehr überall gelten. transfair unterstützt mit Travail.Suisse und weiteren Organisationen das Referendum gegen dieses Gesetz. Bis Anfang Oktober 2026 braucht es 50 000 Unterschriften. Betroffen sind vor allem Tieflohnbranchen wie Gastgewerbe und Reinigung.

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transfair unterstützt das Referendum gegen den Mindestlohn-Angriff. Lade den Bogen herunter, unterschreibe und sammle Unterschriften in deinem Umfeld – bis Anfang Oktober 2026 brauchen wir 50 000.

Was das neue Gesetz ändert

Bisher galt: Ein kantonaler oder städtischer Mindestlohn setzt eine unterste Grenze, die für alle Angestellten in der jeweiligen Branche gilt. Das Parlament hat das in der Sommersession 2026 gekippt. Neu soll der Lohn aus einem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) vor dem kantonalen Mindestlohn gelten – auch dann, wenn der GAV-Lohn tiefer ist. National- und Ständerat haben die Vorlage, die auf eine Motion von Ständerat Erich Ettlin zurückgeht, am 19. Juni 2026 in der Schlussabstimmung angenommen.

Für Genf und Neuenburg gilt eine Ausnahme: Dort bleibt der kantonale Mindestlohn bestehen, weil das kantonale Recht dort schon vor dem neuen Gesetz festlegte, dass er GAV-Löhnen vorgeht. Das Parlament wollte diesen bestehenden Schutz nicht rückgängig machen. Überall sonst verlieren bestehende Mindestlöhne ihre Wirkung, sobald ein allgemeinverbindlicher GAV mit tieferen Ansätzen existiert. Neue Mindestlöhne lassen sich in diesen Branchen künftig gar nicht mehr einführen.

Wer besonders betroffen ist

Das Gesetz trifft vor allem Tieflohnbranchen:

  • Gastgewerbe
  • Reinigung
  • Coiffeur- und Kosmetikbetriebe
  • Personalverleih
  • Bäckereien und Metzgereien
  • weitere Dienstleistungs- und Detailhandelsbranchen

Zwar sind die Branchen von transfair nicht direkt betroffen. Dennoch setzen wir uns solidarisch für die Betroffenen ein: Menschen, die hart arbeiten und trotzdem jeden Franken zwei Mal umdrehen müssen, verdienen Unterstützung – unabhängig davon, in welcher Branche sie arbeiten.

Warum das neue Gesetz schlecht ist fürs Lohnniveau

Mindestlöhne wirken dort, wo sie eingeführt wurden: Menschen sollen dadurch von ihrem Vollzeitlohn leben können. Und Mindestlöhne führen nicht zu Stellenverlust! Das zeigen die Erfahrungen aus Kantonen und Städten wie Genf, Neuenburg, Zürich, Winterthur und dem Tessin, die einen Mindestlohn eingeführt haben.

Das neue Gesetz höhlt diesen Schutz aus. Wenn ein GAV-Lohn unter dem demokratisch beschlossenen Mindestlohn liegen darf, sinkt das Lohnniveau in ganzen Branchen – unabhängig davon, was Kantone oder Gemeinden an der Urne entschieden haben. Firmen, die faire Löhne zahlen, geraten zudem unter Druck: Sie konkurrieren künftig mit Betrieben, die dank tieferer GAV-Ansätze günstiger anbieten können. Das schwächt den Lohnschutz in der ganzen Schweiz.

Hinzu kommt: Mindestlöhne sind Sache der Kantone und Gemeinden. Sie tragen die Kosten, wenn Löhne nicht zum Leben reichen und Menschen auf Sozialhilfe angewiesen sind. Das neue Gesetz entzieht ihnen genau das Instrument, mit dem sie das verhindern könnten.

So unterstützt du das Referendum

transfair setzt sich mit Travail.Suisse und weiteren Organisationen dafür ein, dass Löhne in der Schweiz zum Leben reichen und demokratische Entscheide gültig bleiben. Das Referendum wurde am 30. Juni 2026 lanciert. Bis Anfang Oktober 2026 – 100 Tage später – sammeln wir 50 000 Unterschriften, nur dann kommt es zur Volksabstimmung.

So machst du mit:

  1. Unterschriftenbogen herunterladen
  2. Ausdrucken, unterschreiben und im Familien-, Freundes- oder Kollegenkreis weitergeben
  3. Ausgefüllten Bogen einsenden – die Adresse steht auf dem Formular

Jede Unterschrift zählt. Damit sie gültig ist, musst du stimmberechtigt sein und alle Angaben vollständig ausfüllen. Nur mit 50 000 gültigen Unterschriften kann das Schweizer Stimmvolk über dieses unfaire Gesetz abstimmen.