transfair kritisiert Cargo sous terrain

transfair kritisiert Cargo sous terrain © nespix/AdobeStock
19.08.2019

Mit Cargo sous terrain soll ein unterirdisches Tunnelsystem realisiert werden mit dem Ziel, möglichst viel Güterverkehr unter die Erde zu bringen. transfair hat sich im Rahmen der Vernehmlassung des BAV zu einem neuen Gesetz für den unterirdischen Gütertransport kritisch geäussert.

Obwohl das Projekt Cargo sous terrain (CST) positive ökologische Wirkung haben könnte, bietet es keine überzeugende Ergänzung oder Alternative zur Verlagerung der Gütertransporte auf die bestehende Schieneninfrastruktur. Diese bietet (auch dank der Ausbauprogramme) genügend Kapazitäten. Weitere Vorteile, die CST ins Feld führt, bringt schon der heutige Schienengütertransport: Umweltfreundlichkeit, Verlässlichkeit und Planbarkeit.
 
transfair setzt auf bestehende gute Basis
Für die zukünftige Sicherung der Kapazitäten ist eine konsequente Umsetzung und punktuelle Verbesserung bestehender gesetzlicher Instrumente, wie beispielsweise die Sicherung von Trassen für den Güterverkehr, einfacher, kostengünstiger und effektiver als ein privatwirtschaftliches 33-Milliarden-Projekt. Schieneninfrastruktur und Infrastrukturbetreibende ermöglichen sehr gute Lösungen für den Güterverkehr wie beispielsweise intelligente Güterwagen, Automatisierungsschritte und angepasste Konzepte für kundenorientierte Zustellung und Abholung. Insbesondere SBB Cargo könnte auch in der City-Logistik mit Zu- und Abführung von Gütern eine wichtige Rolle spielen. Die Bahnhöfe (Hubs) existieren bereits und liegen meistens zentral. transfair erachtet daher das Projekt CST als nicht notwendig. Investitionen in die Kapazitäten des Verkehrsträgers Bahn werden das steigende Volumen bewältigen können.
 
Das Personal nicht vergessen
transfair sieht zudem ohne weitere Klärung von CST kaum Möglichkeiten für eine positive Beschäftigungsentwicklung, da der Betrieb des unterirdischen Tunnelsystems automatisiert ablaufen würde. Für transfair sind die Auswirkungen auf das Personal zu wenig beleuchtet. Wahrscheinlicher sind Konkurrenzierung des öffentlich finanzierten Schienengüterverkehrs und weitere Gefährdung von Stellen in diesem Bereich. Der mögliche Einstieg mit tiefen Transportpreisen, um Kunden für das System CST zu gewinnen, würde bestehenden Transportunternehmen schaden. Da die SBB die gesetzliche Pflicht hat, Gütertransporte durchzuführen, muss diesem Umstand Rechnung getragen werden. CST darf nicht zu Verschiebungen von Prioritäten und Entwertungen von öffentlichen Investitionen führen. transfair tritt für die Unterstützung bestehender Gütertransportanlagen und die Förderung neuer Schienenkonzepte ein.