Post von morgen: Lohnharmonisierung oder Lohnabbau?

Post von morgen: Lohnharmonisierung oder Lohnabbau? © transfair | Gaby Möhl
04.07.2021

Im Zuge der Strategie Post von morgen startet die Post unterschiedliche Initiativen, zum Beispiel das Projekt «Lohnharmonisierung». Harmonie bedeutet die Vereinigung von Entgegengesetztem zu einem Ganzen. Ist dies beim Lohn überhaupt möglich und sinnvoll?

Lohnharmonisierung? Wohl eher Lohnabbau!

Die Post strebt konzernweit einheitliche Lohn- und Kaderpolitik an und passt gleichzeitig auch die Kaderstruktur an. Gleiche Arbeit soll im gleichen Rahmen entlöhnt werden. Die Löhne von GAV-Mitarbeitenden (Funktionsstufen 8 und 9), vom mittleren bis hinauf ins Top-Kader, also rund 3400 Personen, sind vorerst betroffen. Für sie gibt es drei Optionen:
  1. Der Lohn bleibt unverändert.
  2. Der Lohn steigt.
  3. Der Lohn sinkt.
Es geht also wieder einmal um Geld, um viel Geld. Zwar wurde transfair gegenüber weisgemacht, dass Post von morgen kein Abbauprojekt sei, aber was ist das anderes, wenn einige Tausende, vielleicht sogar Zehntausende weniger Lohn bekommen sollen? Lohnabbau! Fragen Sie mal Betroffene, wie sie darüber denken, ob sie philosophieren wollen oder knallharte Interessen verteidigt haben wollen. Und was ist der nächste Schritt? Die Funktionsstufen 1–7?

Lohngerechtigkeit ja – aber richtig!

Der Fokus von transfair liegt darauf, das grosse Ganze im Auge zu behalten, mögliche negative Auswirkungen zu erkennen und weitreichende Massnahmen zur Abfederung zu erwirken. So kommen bei Betroffenen mit Lohnabbau Elemente des Sozialplanes zum Tragen, obwohl dieser nicht für solche Fälle vorgesehen ist, da ja kein Stellenverlust resultiert; Lohnsenkungen bei den einen werden durch Lohnerhöhungen bei den anderen aufgehoben. Dieser Ausgleich ist wichtig, weil bei der jetzigen Verteilung die Personen, die sich unten im Lohnband befinden, stärker gefördert werden. Wenn die Gesamtlohnsumme sinkt, ist diese Gruppe indirekt auch betroffen.
 
Ein besonderes Augenmerk legt transfair darauf, dass sich die von der Post eigenhändig und notabene ohne Verhandlung mit den Sozialpartnern definierten Ziellohnbänder innerhalb der im GAV festgelegten Lohnbänder befinden. Die Vorgesetzten werden ihre Verantwortung für den Einstiegslohn sowie die Lohnentwicklung innerhalb des Ziellohnbandes wieder verstärkt wahrnehmen müssen und dabei Erfahrung, Kompetenzen und Markt berücksichtigen. Und transfair fordert, dass eine Lohnentwicklung weiterhin möglich sein muss. So will der Personalverband verhindern, dass Mitarbeitende, nur weil sie sich am oberen Band der neu geschaffenen Ziellohnbänder befinden, keine Lohnerhöhung erhalten.
 
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