SPS will den Standort Kriens schliessen – transfair verlangt Weiterbeschäftigung für alle

Post/Logistik

SPS will den Standort Kriens schliessen – transfair verlangt Wei­t­er­be­schäf­ti­gung für alle

Vorgestern hat die ehemalige Post-Tochter SPS Switzerland die Schliessung ihres Standorts in Kriens angekündigt. Der Personalverband transfair fordert, dass alle 45 betroffenen Mitarbeitenden an einem anderen Standort weiterbeschäftigt werden. Zudem sollen die Mitarbeitenden für die Versetzung entschädigt werden.

Diego Frieden
Ein Mitarbeiter von SPS Switzerland bereitet in einer Produktionshalle das Material für die automatisierte Verarbeitung von Druck- und Dokumentenaufträgen vor

SPS Switzerland (ehemals Swiss Post Solutions) hat vorgestern ein Konsultationsverfahren für seinen Standort Kriens gestartet. Dort sind aktuell 45 Personen beschäftigt. Das Unternehmen, mit dem der Personalverband transfair einen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) hat, führt strategische und effizienzbezogene Gründe an.

SPS soll Anliegen der Mitarbeitenden ernsthaft prüfen

SPS ist nach eigener Aussage bestrebt, die Mitarbeitenden zu behalten, jedoch am Standort Glattbrugg (ZH). transfair begrüsst, dass Kündigungen vermieden werden sollen. Gleichzeitig weisen wir darauf hin: Für viele Angestellte in Kriens bedeutet eine Versetzung nach Glattbrugg eine zusätzliche Pendelzeit von zirka 2 Stunden pro Tag. «Das müssen die Mitarbeitenden nicht einfach hinnehmen», sagt transfair-Präsidentin und Nationalrätin Greta Gysin. «SPS muss die Betroffenen entschädigen, entweder finanziell oder zum Beispiel durch das Zugeständnis, dass die Reisezeit als Arbeitszeit gilt.»

Was jetzt schon feststeht: Durch die Sozialpartnerschaft mit transfair kommen im Falle einer Standortschliessung die GAV-Bestimmungen über wirtschaftliche Massenentlassungen zum Zuge. Diese sehen längere Kündigungsfristen von bis zu fünf Monaten vor. Zudem pocht transfair darauf, dass SPS die Anliegen und Vorschläge der Mitarbeitenden im Konsultationsverfahren ernsthaft prüfen wird.

Bis 2021 Tochter der Schweizerischen Post

SPS Switzerland war bis 2021 Tochter der Schweizerischen Post. Heute gehört das Unternehmen der Private-Equity-Gesellschaft AS Equity Partners mit Sitz in London und Freienbach (SZ). 

Was ist ein Konsultationsverfahren?

Bei Massenentlassungen schreibt das Gesetz ein Konsultationsverfahren vor: Die Unternehmen müssen ihre Personalvertretungen anhören. Diese können Vorschläge einbringen, um Kündigungen zu verhindern, zu verringern oder abzufedern. Die Unternehmen sind zur Prüfung der Mitarbeitenden-Seite verpflichtet, nicht aber zur Umsetzung deren Anliegen. Als Sozialpartner von SPS wird transfair seine Mitglieder und die Mitarbeitenden in Kriens während und nach dem Konsultationsverfahren unterstützen.