Der neue GAV für PostAuto ist da

Der neue GAV für PostAuto ist da © PostAuto | CarPostale | AutoPostale
14.09.2021

Seit Mitte September 2021 ist klar: alle nötigen Gremien haben dem neuen GAV zugestimmt. Somit hat die lange und beschwerliche GAV-PostAuto-Reise ihr Ziel erreicht: transfair freut sich über Verbesserungen im Bereich der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und des Umgangs mit Ausnahmen gemäss dem Arbeitszeitgesetz (AZG). Neu haben die Sozialpartner auch die Anstellungsbedingungen für das Fahrpersonal der PostAuto-Unternehmer (PU) einheitlich geregelt. Der neue GAV gilt ab 1. Januar 2022.

Neuerungen vom Dach-GAV inklusive

Dank transfair erhalten die Mitarbeitenden von PostAuto mit ihrem neuen GAV ab 2022 modernere Anstellungsbedingungen. Natürlich profitiert das PostAuto-Personal auch von den Errungenschaften aus den GAV-Verhandlungen für den Gesamtkonzern. Dazu gehört beispielsweise das nun endlich verbindlich festgehaltene Recht auf Nicht-Erreichbarkeit während der Freizeit.
 
Und es gibt mehr Mutterschafts- und Vaterschaftsurlaub: Der Mutterschaftsurlaub wird – neben den bestehenden 18 bezahlten Wochen – um einen Anspruch auf maximal 6 zusätzliche unbezahlte Wochen erweitert. Der Vaterschaftsurlaub, der neu auch für die Partnerin einer Mutter in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft gilt, wird von zwei auf vier Wochen verdoppelt. Auch hier kommt ein Anspruch auf 4 Wochen unbezahlt hinzu.

Neue Treueprämien

Alle Mitarbeitenden erhalten ab 20 Dienstjahren alle fünf Jahre eine Treueprämie in Form von vier Wochen Ferien oder in der Höhe eines Monatslohnes.

AZG-Personal mit weiteren deutlichen Verbesserungen

Für jene, die nach AZG arbeiten – den grössten Teil des Personals – gibt es diverse Änderungen: So tritt ein neues Arbeitszeitmodell in Kraft, das die Planung, den Umgang mit Dienstplanänderungen, den Ferienbezug und den Umgang mit Mehrzeiten neu regelt. So bedarf eine Änderung der Dienstplanung, die nach dem 15. Tag des Vormonates erfolgt, neu immer die Zustimmung der Mitarbeitenden; dies gilt auch für Dienstverlängerungen. Einzige Ausnahme bleibt der Reservedienst. Dort sind bis 17 Uhr des Vor-Vortag Anpassungen möglich. Kurzfristige Dienstübernahmen und zugelassene und angewendete Ausnahmen gemäss AZG werden neu entschädigt.
 
transfair hat sich für all diese Massnahmen stark gemacht, denn sie bedeuten eine bessere Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben für das AZG Personal, ohne jedoch PostAuto der benötigten Flexibilität in der Planung zu berauben.

Neues für das Fahrpersonal der PU

Bei den PU gab es bis anhin drei unterschiedliche Modelle. Ab 1. Januar 2022 gibt es nur noch ein einziges, was für viele bessere Arbeitsbedingungen bedeutet. So profitiert das ganze PU-Fahrpersonal zum Beispiel von den erwähnten Treueprämien, den AZG-Ausnahmen und den Verbesserungen beim Mutter- und Vaterschaftsurlaub.

Was lange währt, wird endlich gut

Der GAV PostAuto 2022 war wahrlich eine Zangengeburt. Trotz den schwierigen Rahmenbedingungen freut sich transfair über das gute Resultat: Die Sozialpartner haben gemeinsam eine wesentliche Weiterentwicklung zu sozialen und modernen Anstellungsbedingungen realisiert, die mindestens bis Ende 2024 gelten werden.

Lohnmassnahmen 2022

Im Zusammenhang mit dem guten GAV-Ergebnis einigten sich die Sozialpartner darauf, auf Lohnverhandlungen für das Jahr 2022 zu verzichten. 2022 werden die Lohnbänder um 0,4 Prozent angehoben. Bei einem positiven Unternehmensergebnis kommt es zu einer rückwirkenden Einmalzahlung von maximal 0,4 Lohnprozenten per Frühling 2023.

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