Branchenversammlung 2021

Branchenversammlung 2021 © transfair | Gaby Möhl
02.11.2021

Mitte Oktober trafen sich Vertreterinnen und Vertreter der Branche und von transfair zur zweiten Branchenversammlung von 2021. Nebst aktuellen Themen aus der Sozialpartnerschaften blieb vor allem das Interview von transfair Mitglied Valentin Lagger, der als Verantwortlicher der Corona Hotline des SECO, alle Hände voll zu tun hatte, in Erinnerung.

Gemeinsam mit den Anwesenden warfen Branchenleiter Matthias Humbel und Branchenpräsident Oswald Tresch einen Blick auf die vielfältige Arbeit auf sozialpartnerschaftlicher Ebene.

Lohnverhandlungen 2021

Während transfair 2020 auf allgemeine Lohnforderungen verzichtete, so ist dieses Jahr klar: die Teuerung von 2021 muss ausgeglichen werden. Das Personal der Bundesverwaltung hat sich diesen Ausgleich redlich verdient, denn es war 2021 stark gefordert, blieb unter erschwerten Veränderungen flexibel und leistungsfähig und half so der Schweiz, die Gesundheitskrise gut zu meistern. Auch die wirtschaftlichen Prognosen unterstützen die Forderung von transfair: das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO sagt voraus, dass sich die wirtschaftliche Lage bis Ende 2021 wieder stabilisiert und mit einem Wachstum von bis zu 0,5 Prozent gerechnet werden kann.

Die nächsten Lohnverhandlungen finden am 2. November für das Bundespersonal und am 23. November für die Angestellten der ETH statt. transfair informiert auf der Website über die Resultate.

Veränderungen bei den Anstellungsbedingungen

Auch die Veränderungen der Anstellungsbedingungen waren Gesprächsthema an der Branchenversammlung. Zusammengefasst gab resp. wird es einige Verbesserungen aber auch Rückschritte geben:
  • Erleichterungen mobiles Arbeiten (Homeoffice)
  • 14 Wochen Urlaub zur Betreuung schwer kranker Kinder
  • Vertrauensarbeit ab Lohnklasse 18
  • Vaterschaftsurlaub von 10 auf 20 Tagen verdoppelt
  • Kürzung der Lohngarantien für Mitarbeitende über 55 Jahren auf 5 Jahre 
Die Details erfahren Sie hier.

Reorganisation der Eidgenössischen Zollverwaltung

Über die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) haben die Medien viel berichtet. Anlass dazu gaben der Führungsstil des Direktors Bock und die für Unsicherheiten sorgende Reorganisation. transfair ist besonders bei letzterem Thema, der Zusammenlegung von Grenzwachkorps und Zoll, eng eingebunden und begleitet in einem Ausschuss das Projekt. Seit Anfang 2021 sind die Sozialpartner in Verhandlungen und konnten im August erste Zwischenergebnisse kommunizieren. Das wichtigste im Überblick:
  • Keine Entlassungen aufgrund der Reorganisation
  • Frage der Lohngarantien geklärt
  • Kein Abbau bei Spesen
  • Situation älterer Mitarbeitender verbessern
Die Details zu den Zwischenergebnissen finden Sie hier. Die Vertiefung der Themen, wie Gesundheitsschutz, Pensionierungsregelungen oder Spesen und Zulagen, findet nun in diversen Arbeitsgruppen statt. Über die Resultate informiert transfair im Frühsommer 2022.

Das gibt es neues bei der Pensionskasse PUBLICA

Nach den für transfair erfolgreichen Wahlen der Delegiertenversammlung PUBLICA, freut sich transfair über einen weiteren Wahlgewinn. Das Mitglied Marcel Wüthrich ist neu Präsident der Delegiertenversammlung. Er wird mit seinen Kolleginnen und Kollegen einige Herausforderungen angehen. So müssen beispielsweise finanzielle Reserven für künftige Anpassungen aufgebaut und einige gesetzliche Regelungen angepasst werden.

transfair fordert seine Zugangsrechte ein

Grundsätzlich ist es so: jeder Arbeitgeber muss den Sozialpartnern einen entsprechenden Zugang zum Personal ermöglichen, damit diese den Kontakt zu ihren Mitgliedern pflegen und neue gewinnen können. Auch wenn dies gesetzlich festgehalten ist, so hapert es doch bei der Umsetzung. Der Vorschlag des Eidgenössischen Personalamtes (EPA) ist ungenügend. Deshalb prüft die Interessensgemeinschaft Bundespersonal, der auch transfair zugehört, welche rechtlichen Schritte möglich sind, um diesen digitalen und physischen Zugang zum Personal zu erhalten.

Einblick in die Arbeit des SECO

Einen krönenden Abschluss bildete das Mitgliederreferat von Valentin Lagger, Leiter des Ausbildungswesens der Arbeitslosenversicherung beim SECO. Er und sein Team waren zu Beginn der Pandemie stark gefordert. Ging es doch darum, die Kurzarbeitsentschädigung zu gewährleisten, Corona-Kredite für Unternehmen gemeinsam mit den Banken zu organisieren oder die Corona-Hotline für Fragen um die Arbeitswelt auf die Beine zu stellen. Valentin Lagger gab den Anwesenden einen Einblick in seine spannende und abwechslungsreiche Arbeit und wagte einen Blick in die Zukunft. Details dazu lesen Sie im magazin Nummer 5 (Publikation Ende November 2021).