Angriffe auf das Bundespersonal: 4716mal Basta!

Öffentliche Verwaltung

Angriffe auf das Bun­de­s­per­so­nal: 4716mal Basta!

Das Bundespersonal hat genug von Sparmassnahmen und wachsendem Druck. Über 4700 Mitarbeitende der Bundesverwaltung haben den Appell der Interessensgemeinschaft  (IG) Bundespersonal unterschrieben. Sie fordern mehr Respekt für ihre Arbeit und faire Anstellungsbedingungen. Die Verbände übergaben den Appell am Rande der Lohnverhandlungen dem Eidgenössischen Personalamt (EPA).

Matthias Humbel
Ausgestrechte Hand mit Stop gestick

In Kürze

  • Über 4700 Bundesangestellte haben den Appell der Interessensgemeinschaft (IG) Bundespersonal unterschrieben. Sie fordern Respekt, faire Anstellungsbedingungen und verlässliche Sozialpartnerschaft. 
  • Der Druck auf das Bundespersonal nimmt seit Jahren zu: Verschlechterungen bei Treueprämien, Ferien, dem Lohnsystem und der gestrichene Ausgleich der Teuerung 2025 sind klare Warnsignale. 
  • Die Verbände sagen gemeinsam Basta: transfair und die IG Bundespersonal verlangen einen Stopp der Angriffe auf das Personal und ein eindeutiges Bekenntnis des Bundesrates. 
  • Klares Ziel für 2027: transfair fordert 1,5 Prozent mehr Lohn zur Sicherung der Kaufkraft und zum Ausgleich der Teuerung. 

Seit Jahren nimmt der Druck auf das Bundespersonal zu. Immer neue parlamentarische Vorstösse zielen auf die Mitarbeitenden der Bundesverwaltung. Die Anstellungsbedingungen geraten zunehmend unter Beschuss. Bereits wurden Treueprämien, Ferienregelungen und das Lohnsystem verschlechtert. Besonders stossend: Das Parlament strich zuletzt sogar den zwischen Finanzministerin Karin Keller-Sutter und den Personalverbänden ausgehandelten Ausgleich der Teuerung 2025 zusammen. 

Weitere Sparrunden drohen

Doch damit nicht genug. Weitere Einschnitte drohen. Die geplante Aufstockung der Rüstungsausgaben soll unter anderem durch Kürzungen beim Personal finanziert werden. Auch die vollen Auswirkungen des Entlastungspakets 2027 sind noch unklar. Klar ist jedoch: Weitere Sparmassnahmen sind möglich. Und ab 2029 steht voraussichtlich bereits das nächste Entlastungspaket an. 

Das Bundespersonal sagt Basta!

transfair hat deshalb gemeinsam mit den weiteren Verbänden der IG Bundespersonal einen Appell lanciert. Unser Ziel ist klar: Wir geben dem Bundespersonal eine starke, gemeinsame Stimme. 
Wir fordern einen sofortigen Stopp der Angriffe auf die Anstellungsbedingungen und ein klares Bekenntnis des Bundesrates zum Schutz des Personals. 4716 Bundesangestellte haben den Appell unterschrieben und damit deutlich Stellung bezogen. 

Appell an das Personalamt übergeben

Am ersten Lohngespräch mit Bundesrätin Karin Keller-Sutter vom 12. Februar 2026 haben die Verbände den Appell dem Eidgenössischen Personalamt (EPA) übergeben. Gemeinsam mit der Finanzministerin wollen wir nun auch die Finanzkommissionen von National- und Ständerat kontaktieren. Unser Ziel: die Sozialpartnerschaft in der Bundesverwaltung verteidigen und stärken. Denn verhandelte Lösungen dürfen nicht regelmässig vom Parlament ausgehebelt werden. Ohne Verlässlichkeit verliert die Sozialpartnerschaft ihre Grundlage. 

Teuerungsausgleich für das Bundespersonal

Am Lohngespräch haben die Verbände auch ihre Forderungen für die Lohnmassnahmen 2027 gestellt: transfair fordert eine Lohnerhöhung von insgesamt 1,5 Prozent. Davon sollen 1 Prozent die in den vergangenen Jahren aufgelaufene, noch nicht ausgeglichene Teuerung kompensieren. Weitere 0,5 Prozent sind nötig, um die erwartete Teuerung 2026 auszugleichen. 

Nächste Schritte in den Verhandlungen

Finanzministerin Keller-Sutter wird die Forderungen nun in den Bundesrat einbringen. Dieser erarbeitet bis zum Sommer den Voranschlag 2027, inklusive der Mittel für die Lohnmassnahmen. Die nächste Verhandlungsrunde findet im Juni 2026 statt. Das definitive Ergebnis wird nach der letzten Runde im November 2026 erwartet.