Sparhammer des Parlaments trifft Löhne im ETH-Bereich

Öffentliche Verwaltung

Sparhammer des Parlaments trifft Löhne im ETH-Bereich

Das Lohnergebnis 2026 im ETH‑Bereich bleibt mager. Grund dafür ist der drastische Sparentscheid, den das Parlament in der Wintersession 2025 getroffen hat: Die generellen Lohnerhöhungen für das Bundespersonal wurden auf 0,1 Prozent zusammengekürzt. Das wirkt sich direkt auf die ETH-Institutionen aus.

Olivia Stuber
Moderne Gebäude mit viel Grau und Glas: Auf dem Campus Hönggerberg der ETH Zürich

In Kürze

  • Die Mitarbeitenden des ETH-Bereichs erhalten 2026 leider nur einen mageren Teuerungsausgleich.
  • Verantwortlich dafür ist das Parlament – transfair kritisiert dessen Entscheidung und Einmischung.
  • Zwar wurden 1,2 Prozent der Lohnsumme für individuelle Lohnerhöhungen (für Leistung und Erfahrung) gesprochen. Diese können den strukturellen Kaufkraftverlust, der über die letzten Jahren entstanden ist, aber nicht ausgleichen.

Nach dem Austausch mit transfair und den anderen Personalverbänden Ende 2025 hat der ETH-Rat die Lohnmassnahmen 2026 für den ETH-Bereich festgelegt. Zum ETH-Bereich zählen neben den beiden ETHs in Zürich und Lausanne auch die eidgenössischen Forschungsanstalten Empa, Eawag und WSL und das Paul Scherrer Institut (PSI).

Teuerungsausgleich von gerade mal 0,1 Prozent

Für 2026 erhalten die Mitarbeitenden des ETH-Bereichs generelle Lohnerhöhungen von 0,1 Prozent.  Damit kann die Teuerung gerade mal zur Hälfte ausgeglichen werden – die durchschnittliche Jahresteuerung 2025 liegt bei 0,2 Prozent.

Der ETH-Rat war bei seinem Entscheid an die Vorgaben des Bundesrats gebunden, der wiederum auf den Sparauftrag des Parlaments reagieren musste. Dieses hatte beschlossen, die Mittel für Lohnmassnahmen beim Bundespersonal von 0,5 auf 0,1 Prozent zusammenzustreichen – mit unmittelbaren Konsequenzen für den ETH-Bereich.

transfair kritisiert diesen politischen Entscheid ausdrücklich. Das Parlament überschreitet klar seine Kompetenzen und missachtet die sozialpartnerschaftlich getroffenen Entscheide. Wir hoffen, dass das Parlament künftig seiner Verantwortung wieder gerecht wird: gegenüber dem Bundespersonal, den Angestellten des ETH-Bereichs, der Sozialpartnerschaft.

Individuelle Lohnmassnahmen: Begrenzter Spielraum

Für individuelle Lohnmassnahmen (für Leistung und Erfahrung) stehen wie in den Vorjahren 1,2 Prozent der Lohnsumme zur Verfügung. transfair erkennt an, dass dieser Spielraum wichtig ist, um individuelle Leistungen zu honorieren. Gleichzeitig ist klar: Individuelle Massnahmen können den strukturellen Kaufkraftverlust, der über die letzten Jahre entstanden ist, nicht ausgleichen.

Arbeitsgruppe für bessere Arbeitsbedingungen

Ein erfreuliches Ergebnis der Lohnrunde 2026 ist die Gründung einer Arbeitsgruppe, um die Arbeitsbedingungen im ETH-Bereich zu verbessern. transfair begrüsst diesen Schritt, macht aber klar: Angesichts der politischen Einschränkungen bei den Lohnmassnahmen braucht es konkrete und spürbare Verbesserungen in anderen Bereichen.

transfair wird sich aktiv dafür einsetzen, dass Themen wie Arbeitsbelastung, Personalressourcen, Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie Arbeitszeit im Zentrum stehen.

Indirekt auch Druck auf Doktorierende und Postdocs

Die  Pauschallöhne für Doktorierende und Postdocs liegen in der Kompetenz der einzelnen Institutionen des ETH-Bereichs und sind nicht Teil der Verhandlungen mit dem ETH-Rat.

transfair weiss aber: Der parlamentarische Sparkurs erzeugt auch hier  indirekt Druck. Wir werden uns weiterhin mit Nachdruck für faire, transparente und existenzsichernde Anstellungsbedingungen für den wissenschaftlichen Nachwuchses stark machen.