Lohnverhandlungen: Neue Hoffnung für das Bundespersonal

Öffentliche Verwaltung

Lohn­ve­rhand­lun­gen: Neue Hoffnung für das Bun­des­per­so­nal

Mitte April 2026 kommunizierte der Bundesrat: Die Mittel für den Teuerungsausgleich 2027 beim Bund werden auf 0,5 Prozent gekürzt. Nach der zweiten Lohnverhandlungsrunde von transfair mit Bundesrätin Karin Keller-Sutter gibt es nun wieder Grund zur Hoffnung: Die Kürzung soll zurückgenommen werden.

Matthias Humbel
Ein Bild vom Bundeshaus bei baluem Himmel

In Kürze

  • Nach der zweiten Lohnverhandlungsrunde mit Bundesrätin Karin Keller-Sutter gibt es positive Signale für das Bundespersonal: Der Bundesrat könnte die geplante Kürzung der Mittel für den Teuerungsausgleich 2027 zurücknehmen.  
  • Damit würden die Chancen auf spürbare Lohnerhöhungen steigen. 

Lohnverhandlungen für das Bundespersonal sind seit Jahren ein heikles Thema. Mehrfach hat das Parlament Verhandlungsergebnisse zwischen dem Bundesrat und den Personalverbänden nachträglich gekürzt. So auch 2025: Statt eines vollständigen Teuerungsausgleichs von 0,5 Prozent bewilligte das Parlament gerade mal 0,1 Prozent. Das sorgte bei den Mitarbeitenden und transfair für grossen Unmut.  

Weitere Sparmassnahmen drohten

In diesem Jahr zeichnete sich früh die nächste Enttäuschung ab. Im Februar forderten transfair und die anderen Personalverbände für den Teuerungsausgleich 2027 einen Verhandlungsrahmen von 1,5 Prozent. Am 15. April 2026 teilte der Bundesrat dann mit: Die Sparmassnahmen des Entlastungspakets 27 würden nicht ausreichen, um die Bundesfinanzen ins Gleichgewicht zu bringen. Zur Erinnerung: Zu diesen Sparmassnahmen zählen bereits schmerzhafte Abstriche bei den Arbeitsbedingungen des Bundespersonals. Trotzdem befand der Bundesrat, zusätzliche Kürzungen seien nötig – zum Beispiel beim Teuerungsausgleich 2027. Konkret wollte der Bundesrat die Mittel auf 0,5 Prozent zusammenstreichen. Eine weitere ernüchternde Lohnrunde drohte. 

Bundesrat überprüft seinen Entscheid Ende Juni 2026

Nach der zweiten Verhandlungsrunde vom 1. Juni 2026 gibt es jetzt wieder positive Signale: Finanzministerin Karin Keller-Sutter zeigte sich bereit, den Entscheid des Bundesrats zu überprüfen. Ende Juni wird dieser darüber befinden, ob er die Kürzung der Mittel für den Teuerungsausgleich zurücknimmt. Dasselbe gilt für weitere Querschnittskürzungen in den Ämtern. Fällt der Entscheid positiv aus, wäre der Weg frei für deutlich spürbarere Lohnerhöhungen als im Vorjahr. 

Das letzte Wort hat das Parlament

Die Verhandlungen mit der Finanzministerin gehen Ende November 2026 in eine dritte und letzte Runde. transfair wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass mindestens die Teuerung vollständig ausgeglichen wird. Das letzte Wort hat jedoch erneut das Parlament. Es entscheidet im Dezember 2026 im Rahmen der Budgetdebatte. Nach den negativen Erfahrungen in den vergangenen Jahren hat transfair bereits das Gespräch mit den Finanzkommissionen gesucht. Dieses lässt vorsichtig darauf hoffen, , dass das Parlament das Verhandlungsergebnis der Sozialpartner diesmal respektieren könnte.