42 statt 100 Kündigungen bei PostNetz

Post/Logistik

42 statt 100 Kündigungen bei PostNetz

Gestern trat bei der PostNetz-Zentrale die neue Organisationsstruktur in Kraft. Zwar entliess das Unternehmen im Zuge der Reorganisation deutlich weniger Mitarbeitende als noch im September angekündigt. Mit seiner wechselhaften Kommunikation und vielen externen Neurekrutierungen schürte die Post aber grosse Unruhe, Unsicherheit und Frust beim Personal.

Diego Frieden
Ein gelber Smiley mit einem neutralen Mund: weder zufrieden noch unzufrieden

In Kürze

  • Das Inkrafttreten der neuen Organisationsstruktur bei PostNetz geht mit maximal 42 Entlassungen und rund 20 Änderungskündigungen einher.
  • Auch wenn die Bilanz damit positiver ausfällt, als befürchtet, kritisiert transfair die Entlassung langjähriger Mitarbeitender und den umfangreichen Einsatz von externem Personal.
  • transfair und die Belegschaft fordern nun eine Stabilisierungsphase.

Der Druck von transfair hat gewirkt

Die gute Nachricht zuerst: Der Umbau der PostNetz-Zentrale hat weniger Entlassungen gefordert, als vom Unternehmen noch im Herbst kommuniziert (wir berichteten im September 2025).  Damals sprach die Post von maximal 100 Kündigungen. Nach Inkrafttreten der neuen Organisationsstruktur ist nun klar: Höchstens 42 Personen sind von einer Entlassung betroffen. Bei den Änderungskündigungen blieb es bei rund 20.

Der Druck von transfair hat offenbar gewirkt – darüber sind wir sehr froh. Vom Hin und Her in der Kommunikation sind wir hingegen irritiert. Bei Ankündigung der Reorganisation «OrgDesign» 2024 liess die Post verlauten, es gäbe nur eine geringfügige Umstrukturierung. Im Sommer 2025 stand dann fest: Es kommt zu einer Massenentlassung. Diese wechselhafte Kommunikation schürte bei den Mitarbeitenden grosse Unruhe und Unsicherheit.

Doch nicht nur mit der internen Kommunikation haperte es, auch die Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit war nicht ideal. Bis heute hat PostNetz zum Beispiel keine Zahlen veröffentlicht, wie viele Personen im Zuge der Reorganisation tatsächlich entlassen wurden.

Zu viele externe Rekrutierungen

Weiterer Kritikpunkt: Im Rahmen der Reorganisation kam es nicht nur zu Kündigungen – rund 190 Vollzeitstellen wurden auch neu ausgeschrieben. Das Schlimme daran: In 46 Fällen erhielten externe Personen den Zuschlag. In unserer Medienmitteilung vom August 2025 haben wir gefordert, PostNetz müsse die eigenen Leute entwickeln, statt neue Mitarbeitende zu rekrutieren. Auch das zeigte Wirkung: Am Ende bevorzugte die Post interne Bewerberinnen und Bewerber grösstenteils. Trotzdem sind 46 externe Einstellungen (in Vollzeitstellen) immer noch zu viel.

Zudem waren die Bedingungen in der Ausschreibungsphase alles andere als optimal: Es gab Stellenausschreibungen, die wieder gestrichen wurden, Ausschreibungen in nur einer Landessprache, oder Fälle, in denen die Beschäftigten unter starkem Zeitdruck standen, sich zu bewerben oder eine Stelle anzunehmen bzw. abzulehnen.

 

Sozialplan muss mit Feingefühl umgesetzt werden

Nach der Einführung der neuen Organisationsstruktur fordern transfair und die PostNetz-Mitarbeitenden jetzt Stabilität bei der Umsetzung. Für die von Entlassungen betroffenen Personen muss die Umsetzung des Sozialplans mit Feingefühl erfolgen, insbesondere in Härtefällen. transfair wird dafür Sorge tragen.