Post will ihre Tochter Epsilon aufspalten und bei anderen Postfirmen integrieren

Post will ihre Tochter Epsilon aufspalten und bei anderen Postfirmen integrieren © transfair
06.07.2021

Die Post beabsichtigt, ihre in der Romandie tätige Firma Epsilon bis 2022 auf die beiden Posttöchter Presto-Vertriebs AG und Direct Mail Company DMC aufzuteilen. Zuvor soll ein Konsultationsverfahren stattfinden, in dem sich transfair aktiv engagieren wird. Zum Schutz der Angestellten betont transfair, dass dies ein guter Zeitpunkt für den längst fälligen Branchen-GAV im Werbemarkt ist.

Zur Erinnerung: Erst im Mai gab es Verhandlungen über die in Schwierigkeiten geratene Epsilon, transfair kämpfte erfolgreich um den Erhalt der Arbeitsplätze und erreichte umfangreiche Leistungen im Rahmen eines Sozialplanes. Dabei steht für transfair immer im Vordergrund, dass möglichst alle betroffenen Personen ihre Stelle behalten können.

Aufteilung aus wirtschaftlichen Gründen

Die weiterhin schwierige Situation in der Zeitungs- und Werbebranche wurde durch Corona noch verschärft. Die Werbesendungen wurden weniger und die Ausgaben dünner. Epsilon ist weiterhin defizitär und soll nun aufgespalten werden. Ziel der Post ist es, 2022 die Epsilon AG mit Sitz in Genf auf die Firmen Presto Presse-Vertriebs AG, Bern, und Direct Mail Company AG, Basel, aufzuteilen. Damit sollen Arbeitsplätze in der Zustellung gesichert und Kosten in der Administration eingespart werden.

Presto ist als Konzerngesellschaft der Post darauf spezialisiert, abonnierte Zeitungen und Zeitschriften in den frühen Morgenstunden in die Haushalte zu bringen. Die Posttochter Direct Mail Company (DMC) hat sich als Unternehmen in der Zustellung darauf fokussiert, Sendungen ohne Adresse wie Werbung, Flyer und Prospekte in die Haushalte zu tragen. Epsilon bedient bislang die Märkte von Presto und DMC und soll 2022 auf diese beiden Firmen aufgeteilt werden.

Erhalt der Arbeitsplätze auf längere Sicht

Insgesamt sind fast 600 Personen von den Veränderungen betroffen. Die Post betont, sie wolle «alles daransetzen, dass möglichst alle Mitarbeitenden von Epsilon in den beiden anderen Firmen einen Vertrag angeboten bekommen», da sie die bisherigen Arbeitsplätze sichern und das Geschäft konsolidieren wolle, auch wenn es in der Administration und in den Führungsfunktionen wohl zu einem Abbau komme.

Das Konsultationsverfahren startet – transfair fordert Branchen-GAV zum Schutz der Angestellten

Das Konsultationsverfahren für eine mögliche Integration startet die Post noch in diesem Jahr. transfair ist hier in aktivem Austausch mit der Post und unseren Mitgliedern und betont in diesem Zusammenhang, dass ein GAV für die Verträgerinnen und Verträger im Werbemarkt überfällig ist und diese Personen besser schützen würde.
 
Die Post konsolidiert: die eine Firma (SecurePost AG) wird verkauft, die andere (Epsilon) wird aufgespalten. Bei Lohnverhandlungen und GAV muss transfair bis in die oberste Stufe eskalieren.

Was passiert als nächstes?

Als Mitglied von transfair haben Sie wertvolle persönliche Unterstützung und Ansprechpartner bei zentralen Fragen ihres Arbeitslebens. Die Regionalsekretariate stehen gerne zur Verfügung.