Positives SBB-Ergebnis: Jetzt muss auch das Personal profitieren

Öffentlicher Verkehr

Positives SBB-Ergebnis: Jetzt muss auch das Personal profitieren

Die SBB hat im ersten Halbjahr 2026 sehr gut gearbeitet und ihr Ergebnis verbessert. Für transfair ist klar: Der finanzielle Druck des Bundes darf nun nicht zulasten der Mitarbeitenden gehen. In den anstehenden Lohnverhandlungen braucht es echte Verbesserungen bei den Anstellungsbedingungen.

Bruno Zeller
Rangiermitarbeiter vor einem SBB-Cargo Wagon

Mehr Fahrgäste, höhere Immobilienerträge und Bundesbeiträge für den Einzelwagenladungsverkehr haben die SBB im ersten Halbjahr gestärkt. Davon muss nun auch das Personal etwas spüren – in den Lohnverhandlungen und bei den Anstellungsbedingungen.

Kein Sparen auf dem Rücken des Personals

Der Bund verlangt weiterhin, dass die SBB ihre Schulden bis 2030 senkt. Das erschwert die Gespräche mit der SBB. Bruno Zeller, Leiter Branche öffentlicher Verkehr, betont: «Die Sparvorgaben sind in jeder SBB-Verhandlung ein zähes Hindernis. Dieses Hindernis muss weg, damit das Personal wichtige und berechtigte Verbesserungen bei den Anstellungsbedingungen erreicht.» transfair schaut bei Sparplänen genau hin – besonders, wenn sie das Personal treffen. Denn die Bahn fährt nur zuverlässig und pünktlich, wenn die Mitarbeitenden täglich gute Arbeit leisten können. Zeller erklärt: «Der öffentliche Verkehr wird oft als selbstverständlich angeschaut. Dabei braucht er verlässliche Investitionen – und das Personal die nötige Wertschätzung.» Auch die Infrastrukturfinanzierung bleibt kritisch. Die SBB musste beim Unterhalt bereits zu viel aufschieben. Eine gut finanzierte Infrastruktur ist die Grundlage für einen zuverlässigen, sicheren und pünktlichen Bahnbetrieb.

SBB Cargo zurück zur SBB: Die Zusammenführung ist der richtige Schritt

transfair begrüsst, dass SBB Cargo wieder in die SBB eingegliedert wird. Die eigenständige Tochtergesellschaft führte zu unnötigem Zusatzaufwand. Die Wiedereingliederung vereinfacht die Zusammenarbeit und stärkt den Schienengüterverkehr. Zeller sagt: «SBB Cargo gehört zur SBB. Dieser Schritt ist richtig und längst fällig.» Für das Personal ist die Eingliederung wichtig: Die Mitarbeitenden von SBB Cargo wechseln künftig unter den GAV SBB. Damit gelten für alle einheitliche Rahmenbedingungen – ein starkes Signal für klare Strukturen und eine gemeinsame Zukunft innerhalb der SBB.

Die Vorgaben aus dem Gütertransportgesetz gelten auch nach der Eingliederung weiter. Das betrifft vor allem die befristeten Bundesbeiträge für den Einzelwagenladungsverkehr. Gleichzeitig baut SBB Cargo das Produktionsmodell weiter um. Für viele Mitarbeitende bedeutet das einen neuen Arbeitsort, eine andere Funktion oder eine frühere Pensionierung. Bruno Zeller fordert: «Bei diesem Umbau braucht das Cargo-Personal verlässliche Perspektiven und stabile Lösungen.»

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Bruno Zeller