58 Stellen weniger: Agroscope zahlt den Preis für Sparpolitik

Öffentliche Verwaltung

58 Stellen weniger: Agroscope zahlt den Preis für Sparpolitik

Der Personalverband transfair ist bestürzt: Agroscope, das landwirtschaftliche Forschungsinstitut des Bundes, baut 58 Stellen ab. Der Stellenabbau ist eine direkte Folge des anhaltenden Spardrucks auf die Bundesverwaltung. Auch andere Ämter geraten dadurch zunehmend unter Druck. transfair wird die betroffenen Mitarbeitenden unterstützen und fordert erneut die Einführung einer bundesweiten Personalbörse.

Matthias Humbel
Ein Forschungsmitarbeiter von Agroscope

In Kürze

  • Agroscope baut aufgrund von Sparvorgaben 58 Vollzeitstellen ab.
  • 43 Mitarbeitende haben bereits erfahren, dass sie ihre Stelle verlieren.
  • transfair zeigt sich bestürzt über den Stellenabbau und kritisiert den anhaltenden Spardruck auf die Bundesverwaltung.
  • Der Personalverband warnt, dass auch andere Ämter zunehmend zu Aufgaben- und Personalabbau gezwungen werden.
  • transfair wird die betroffenen Mitarbeitenden während der Sozialplanphase unterstützen.
  • Um Kündigungen zu vermeiden, fordert transfair erneut die Einführung einer bundesweiten Personalbörse für die Bundesverwaltung.

Die Zitrone ist ausgepresst. Wiederholte Sparvorgaben von Parlament und Bundesrat zwingen Agroscope zum Stellenabbau. Der Stellenbestand soll um 58 Vollzeitstellen sinken. 43 Mitarbeitende wurden gestern informiert, dass sie ihren Arbeitsplatz verlieren.

Nationalrätin Greta Gysin ist erschüttert

«transfair ist erschüttert über diesen Stellenabbau», sagt transfair-Präsidentin und Nationalrätin Greta Gysin.  «Er ist die Folge der ständigen, oft kurzfristig angesetzten Sparpolitik von Bundesrat und Parlament. Der Druck auf die Bundesverwaltung bleibt dadurch dauerhaft hoch.»

Bereits im letzten Jahr führten kurzfristige Kürzungen durch das Parlament zu schwierigen Situationen beim landwirtschaftlichen Forschungsinstitut. Und andere Ämter wie das BAG und das BFS mussten bereits damals Personal, aber auch Aufgaben abbauen. Auch dieses Jahr häufen sich die Anzeichen, dass verschiedene Ämter wegen des Spardrucks einschneidende Massnahmen ergreifen müssen.

Agroscope steht in der Verantwortung!

Für die betroffenen Mitarbeitenden beginnt nun eine schwierige Zeit. Der Sozialplan des Bundes sieht eine sechsmonatige Phase vor, in der intensiv versucht wird, die betroffenen Angestellten anderweitig bei Agroscope oder beim Bund unterzubringen.  Wird in dieser Zeit keine zumutbare Stelle gefunden, folgt die Kündigung. transfair wird die betroffenen Mitglieder mit aller Kraft unterstützen. Gleichzeitig steht auch Agroscope in der Verantwortung, möglichst viele einvernehmliche Lösungen zu finden.

Damit Kündigungen vermieden werden können, muss der verwaltungsinterne Stellenmarkt optimal nutzbar sein. Deshalb fordert transfair erneut eine bundesweite Personalbörse. Betroffene Mitarbeitende sollen rasch auf passende Stellen in anderen Ämtern vermittelt werden können – so wie es unsere Präsidentin Greta Gysin in ihrer Motion «Personalbörse für Bundesverwaltung einführen» bereits gefordert hat.