Weiterer Stellenabbau: SBB Infrastruktur informiert Sozialpartner verspätet

Öffentlicher Verkehr

Weiterer Stellenabbau: SBB Infrastruktur informiert Sozialpartner verspätet

SBB Infrastruktur hat gestern Massnahmen zur Schliessung einer Finanzlücke von rund 130 Millionen Franken in der laufenden Leistungsvereinbarung mit dem Bund kommuniziert. Dazu gehören ein Abbau von zwei Prozent der Vollzeitstellen, eine Reduktion des Leistungsportfolios von BIM@SBB sowie ein gedrosselter Hochlauf im Unterhalt.

Werner Rüegg
SBB Gleisbauer Infrastruktur bei der Nachtarbeit am Gleis schweissen

Sozialpartner nicht einbezogen

transfair stellt klar: Die Sozialpartner wurden vorgängig nicht informiert. Die blosse Zustellung der Mitteilung ist keine Information, sondern eine einseitige Bekanntgabe eines bereits gefällten Entscheids.

Aus Sicht von transfair entspricht dieses Vorgehen nicht einer funktionierenden Sozialpartnerschaft. Ein erstes Gespräch findet nächsten Dienstag, 16. Juni 2026 statt.

Stellenabbau sorgt für Verunsicherung

transfair ist besorgt, dass eine Finanzierungslücke nun übers Personal korrigiert werden soll. Wir erwarten von SBB Infrastruktur das Aufsetzen eines Konsultationsverfahrens, wie es sich gehört. Der geplante, flächendeckende Stellenabbau führt zu Unruhe bei den Mitarbeitenden und erhöht den Druck auf die Teams. Nicht nachvollziehbar ist für uns, dass Linus Looser, Leiter Infrastruktur, noch im März 2026 ausdrücklich versichert hatte, bei weiteren Reorganisationen zurückhaltend vorzugehen – gerade weil mit SAP S/4 per Ende 2026 ohnehin grosse Umstellungen anstehen.

Gedrosselter Unterhalt birgt Risiken

Kritisch beurteilt transfair die Entscheidung, den geplanten Hochlauf im Unterhalt zu reduzieren. Die Be-gründung, dass die Zielwerte bei der Verfügbarkeit zuletzt übertroffen wurden, greift aus unserer Sicht zu kurz. SBB Infrastruktur hat einen aktuellen Unterhaltsrückstand im hohen einstelligen Milliardenbereich.

Der Unterhalt ist sicherheitsrelevant – eine Reduktion des Wachstums verschiebt den Nachholbedarf weiter in die Zukunft und ist ein risikobehaftetes Vorgehen.

transfair sieht die Massnahmen kritisch und wird sich weiterhin für eine echte, gelebte Sozialpartnerschaft einsetzen.