Die BLS muss sparen – transfair kritisiert Bund und Kantone

Öffentlicher Verkehr

Die BLS muss sparen – transfair kritisiert Bund und Kantone

transfair beurteilt die angekündigten Sparmassnahmen der BLS kritisch. Sie gehen zulasten des Personals, aber auch der Kundinnen und Kunden. Das Problem: Bund und Kantone sprechen nicht genügend Mittel.

Andreas «Res» Dellenbach

Die BLS muss sparen. Dazu schliesst sie ihre Reisezentren in Seftigen, Hasle-Rüegsau, Ins, Münsingen und Zollikofen. Alle Orte liegen im Kanton Bern. Gleichzeitig reduziert die BLS auf einzelnen Linien die Anzahl Reisebegleiterinnen und Reisebegleiter. Insgesamt fallen bei der BLS dadurch bis 2030 voraussichtlich 40 Vollzeitstellen weg.

Der Personalverband transfair sieht die Sparmassnahmen kritisch: Reisebegleiterinnen und -begleiter kontrollieren nicht nur Fahrscheine – sie leisten auch einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit, Kundenbetreuung und zur Bewältigung von Störungen.

Mit jedem geschlossenen Reisezentrum verschwindet zudem ein Stück persönliche Beratung und Kundenbetreuung aus den Regionen. «Speziell für ältere Menschen, Gelegenheitsreisende oder Kundinnen und Kunden mit komplexen Reiseanliegen ist das ein Problem; für sie bleibt der direkte Kontakt vor Ort zentral», sagt Andreas Dellenbach, Regionalsekretär bei transfair.

Personal darf nicht die Zeche zahlen

Zwar will die BLS den Stellenabbau möglichst über natürliche Fluktuation und interne Wechsel umsetzen. Dennoch macht der Abbau ein dringliches Problem im öffentlichen Verkehr sichtbar. Dellenbach: «Die Besteller – Bund und Kantone – stellen nicht genügend finanzielle Mittel zur Verfügung. Auch wenn die Politik die Bedeutung des öffentlichen Verkehrs regelmässig betont: Eisenbahnunternehmen wie die BLS geraten so zunehmend unter finanziellen Druck.»

Die Leidtragenden sind einmal mehr die Mitarbeitenden. transfair findet: Das darf nicht sein. Das Personal leistet täglich einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg des öffentlichen Verkehrs und darf nicht die Zeche für Sparmassnahmen zahlen.

Wenn alle Stricke reissen: Den Sozialplan konsequent anwenden

Für transfair hat die Erarbeitung von Anschlusslösungen für betroffene Mitarbeitende oberste Priorität. Wenn alle Stricke reissen, erwarten wir von der BLS, dass für alle betroffenen Mitarbeitenden tragfähige und sozialverträgliche Lösungen gefunden werden. Dazu muss der mit transfair und den anderen Sozialpartnern ausgehandelte Sozialplan konsequent angewendet werden. transfair wird die Umsetzung der angekündigten Massnahmen aufmerksam begleiten und sich für die Interessen der Mitarbeitenden einsetzen.