Swisscom-Shops: transfair bleibt alarmiert

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Swiss­com-S­hops: transfair bleibt alarmiert

Hoher Zieldruck, hohe Auslastung, hohe Unsicherheit: Die Mitarbeitenden in den Swisscom-Shops empfinden ihre Arbeitsbedingungen nach wie vor als schwierig. transfair bleibt dran.

Marika Schaeren
Ein Bild eines Swisscom-Shops

In Kürze

  • Im Sommer 2025 führte die Personalvertretung von Swisscom zusammen mit transfair eine Umfrage in den Swisscom-Shops durch.  
  • Zuvor hatten zwei Mitarbeitende Missstände bei den Arbeitsbedingungen öffentlich gemacht. 
  • Die aktuelle Personalumfrage von Swisscom zeigt jetzt: Die Probleme in den Shops sind nach wie vor dieselben.  
  • Zwar hat Swisscom bereits einige Schritte aufgegleist oder packt das jetzt an. transfair begrüsst dies natürlich, bleibt aber alarmiert. Wir werden die Entwicklungen genau beobachten. 

Vor einem Jahr sprachen zwei Swisscom-Mitarbeitende mit «20 Minuten». Ihre Absicht: fragwürdige, teils illegale Praktiken in den Swisscom-Shops ans Tageslicht bringen. Konkret warfen sie Swisscom heimliches Mithören von Kundengesprächen, massiven Verkaufsdruck und Manipulation bei Vertragsabschlüssen vor. Daraufhin startete das Unternehmen eine interne Untersuchung. Gleichzeitig führte die Swisscom-Personalvertretung zusammen mit transfair eine Umfrage in den Shops  durch. Diese lieferte sechs Kernergebnisse: 

  • Die Verkaufsziele waren aus Sicht der Angestellten zu diesem Zeitpunkt unrealistisch und damit eine grosse Belastung. 
  • Das führte zu Schlafstörungen, Angstzuständen und einer Verschlechterung der Arbeitsatmosphäre. 
  • Die Ressourcen – Zeit, Personal, Produkte, Marketingtools – waren knapp.  
  • Unter dieser Knappheit, aber auch unter dem Zieldruck, litten speziell die Lernenden. 
  • Viele Shop-Angestellte identifizierten sich stark mit der Marke Swisscom, wünschten sich aber eine Rückbesinnung auf die traditionellen Stärken: Servicequalität und Kundennähe.  
  • Sehr viele Mitarbeitende fühlten sich vom Shop-Management wertgeschätzt und lobten den Teamgeist. 

Auch Lernende leiden unter dem Zieldruck

Jetzt hat Swisscom in den Shops seine erste Mitarbeitenden-Befragung in diesem Jahr durchgeführt. Die Ergebnisse sind sehr ähnlich wie noch 2025. Kurz zusammengefasst: 

  • Die Mitarbeitenden, darunter auch die Lernenden, empfinden den Zieldruck als hoch. 
  • Das Personal erlebt auch eine hohe Auslastung, insbesondere zu den Stosszeiten. 
  • Die kürzlich durchgeführten Preiserhöhungen und Sparmassnahmen werden teilweise als Widerspruch zum Qualitätsanspruch von Swisscom gesehen. 
  • Im Zuge von «Shift to Online and AI» sorgen sich die Angestellten um das Weiterbestehen des physischen Retailkanals, sprich, der Shops. 
  • Die direkten Vorgesetzten und die Zusammenarbeit im Team bewertet das Personal als sehr positiv. 

transfair wird die Wirkung der Massnahmen genau beobachten

Die Ergebnisse zeigen: Die Probleme in den Swisscom-Shops sind nach wie vor dieselben. Swisscom hat allerdings bereits Schritte unternommen – als Reaktion auf die erste Shop-Umfrage der Personalvertretung und der Gewerkschaften. Um die Belastung durch hohe Auslastung zu senken, arbeitet das Unternehmen etwa daran, das Personal flexibler und gezielter einzusetzen. Zudem plant Swisscom eine 360-Grad-Befragung bei den Lernenden, um ihre Painpoints besser zu verstehen. Hinzu kommen jetzt neue Massnahmen, zum Beispiel Unterstützung bei der Zielerreichung. Hier setzt das Unternehmen etwa verstärkt auf Marketingkommunikation, um mehr Kundinnen und Kunden in die Shops zu bringen.  

Für transfair sind das alles wichtige erste Schritte – aber auch nicht mehr. Ob die Massnahmen für die Mitarbeitenden wirklich entlastend wirken und das Wohlbefinden des Personals dadurch steigt, werden wir genau beobachten. Zudem werden wir uns weiterhin aktiv bei Swisscom einbringen. Unser Ziel: gesunde, zufriedene und motivierte Mitarbeitende in den Swisscom-Shops.