Sozialplan für Swissmedic

Öffentliche Verwaltung

Sozialplan für Swissmedic

Innert weniger Monate entwickelten sich finanzielle Herausforderungen bei Swissmedic zu einer ernsthaften Finanzkrise und happigem Personalabbau. transfair setzte sich an vorderster Front für das Personal ein: Der ausgehandelte Sozialplan hat Schlimmeres verhindert.

Fritz Bütikofer
Einzelne farbige Pillen nebeneinander aufgereiht

Anfang 2025 informierte Swissmedic seine Sozialpartner über «finanzielle Herausforderungen». Die damalige Direktion versicherte aber, die Situation sei unter Kontrolle. Auch beim Sozialpartnertreffen im September 2025 war von einer Krise keine Rede. Nach aussen wirkte die Lage stabil.

Im November folgte dann die überraschende Kehrtwende: Die finanzielle Situation lasse sich nur noch mit drastischen Massnahmen stabilisieren, hiess es plötzlich. Offenbar verlangte der Bund als Eigner eine rasche Kurskorrektur.

45 Vollzeitstellen in Gefahr

Die angekündigten Massnahmen waren einschneidend. Neben den Sachausgaben sollten vor allem die Personalkosten sinken. Vorgesehen war der Abbau von 45 Vollzeitstellen, 30 davon im Jahr 2026, weitere 15 im Jahr 2027. Bei einem Personalbestand von nur rund 520 Vollzeitstellen war schnell klar: Ein Abbau in dieser Grössenordnung ist ohne Entlassungen nicht möglich.

transfair handelte Sozialplan aus – und reduzierte Entlassungen

Drohen Entlassungen in grösserem Umfang, ist Swissmedic verpflichtet, mit den Sozialpartnern einen Sozialplan auszuhandeln. So sieht es die Personalverordnung von Swissmedic vor. Zwischen Dezember 2025 und Mitte Januar 2026 haben wir unter hohem Zeitdruck verhandelt. Seit dem 15. Januar liegt ein Sozialplan vor, den transfair akzeptieren kann. Dank diesem werden die Entschädigungen beim Stellenverlust nun klar geregelt.

Genauso wichtig war transfair, die Zahl der Entlassungen zu senken – was uns gelungen ist. Durch interne Verschiebungen, den Verzicht auf Wiederbesetzungen, Pensenreduktionen und Frühpensionierungen schrumpft der Abbau nun von 45 auf 20 Vollzeitstellen. Dennoch werden im laufenden Jahr 17 Mitarbeitende ihre Stelle verlieren. transfair ist vorsichtig zuversichtlich, dass es 2027 zu keinen weiteren Entlassungen kommen wird.

Millionen-IT-Projekt als Hauptursache der Krise

Unbestritten ist: Die betroffenen Mitarbeitenden verlieren ihre Stelle ohne eigenes Verschulden. transfair sieht die Hauptursache der finanziellen Schieflage in einem grossen Digitalisierungsprojekt. Seit 2020 entwickelt Swissmedic eine eigene Nachfolgelösung für ein IT-Portal. Über dieses soll man externe Zulassungsgesuche einreichen können. Die IT-Aufwände haben sich seit Projektbeginn verdreifacht. Die Projektkosten dürften einen hohen zweistelligen Millionenbetrag erreicht haben. Dabei ist weiterhin unklar, ob die Lösung überhaupt voll funktionsfähig sein wird. Die Vermutung liegt nahe, dass dieses Projekt wesentlich zur Krise beigetragen hat.