Schöne neue Mobilität?

Öffentlicher Verkehr

Schöne neue Mobilität?

Nirgendwo in Europa wird der öffentliche Verkehr so rege genutzt wie in der Schweiz – ein Qualitätssiegel. Dennoch gibt es Potenzial, den öV weiter zu stärken. Verbesserte Angebote, Digitalisierung, neue Technologien und die Erschliessung von Zubringerstrecken sorgen für eine bessere integrierte Mobilität. Doch davon muss auch das Personal profitieren!

Bruno Zeller
Eine Hand stellt einen Bauklotz mit einem Bus darauf auf einen Bauklotz mit einem Fahrrad darauf. Links daneben ein Bauklotz mit dem Wort «train» und ein Bauklotz mit einem Tram darauf

Mitarbeitende transparent einbeziehen

In keinem europäischen Land nutzen so viele Menschen den öV wie in der Schweiz – und doch gibt es immer noch Luft nach oben. Neue Angebote und Technologien sollen den öV weiter stärken. Doch solche Veränderungen wirken sich immer auf das öV-Personal aus. Darum braucht es politische und finanzielle Unterstützung. Besonders zentral: der transparente Einbezug der Mitarbeitenden. Sie sind es, die die Mobilität heute und in Zukunft sicherstellen. Zu ihrem Schutz stellt transfair klare Forderungen – damit die Weiterentwicklung der Mobilität auch für das Personal zum Gewinn wird.

1. öV-Unternehmen müssen die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Nutzer kennen

Die öV-Unternehmen müssen ihren Markt kennen und ihre Kundschaft verstehen – nur so können sie ihr Angebot attraktiv gestalten: von der Haustüre bis zum Büroeingang oder Berggipfel. Nur wenn der öV vernetzter und einfacher nutzbar ist, kann der Anteil des öV am Gesamtverkehr (im Modalsplit) langfristig steigen. Die öV-Unternehmen haben Verantwortung: gegenüber ihrem Personal, gegenüber der Gesellschaft. In dieser sollen sie gestärkt und nicht behindert werden.

2. Mitarbeitende müssen den Wandel mitgestalten

Automation verändert die Aufgaben und Belastungsquellen. Umso mehr fordern wir: Arbeit muss interessant und sicher bleiben! Darum müssen die Mitarbeitenden Veränderungsprozesse und Arbeitsabläufe mitgestalten können. Derzeit geschieht das noch zu wenig. Ein sinnvoller Ansatz, wie Partizipation und gemeinsame Arbeitsgestaltung Realität werden, sind die HOF-Leitsätze (Human and Organisational Factors) des Verbands öffentlicher Verkehr. Klicke auf den Button unten, wenn du mehr über die Leitsätze erfahren möchtest.

3. In Kompetenzen investieren, nicht nur in Technik 

Damit die Mobilität sich weiterentwickeln kann, brauchen die Mitarbeitenden Begleitung und neue Kompetenzen. In Menschen zu investieren, lohnt sich. Zumal durch gute Arbeitsbedingungen auch die Berufe im öV langfristig attraktiv bleiben. Hier zu knausern, ist ein Fehlentscheid.

4. Produktivitätsgewinne gerecht verteilen

Digitalisierung und Automation steigern die Produktivität. Die Unternehmen werden effizienter – das soll den Mitarbeitenden in geeigneter Weise zugute kommen, etwa durch kürzere Arbeitszeiten und mehr Erholung. Hier gilt es, in der Sozialpartnerschaft Lösungen zu finden, zum Beispiel in den Gesamtarbeitsverträgen (GAV).

5. Politik muss den Rahmen für einen starken Service Public schaffen

Die Politik setzt auf allen Stufen die gesetzlichen Rahmenbedingungen. Sie muss einen starken Service Public fördern – damit die Mobilität allen dient. Dazu beschliesst sie die notwendigen finanziellen Mittel und hört auf, den öV mit unrealistischen Sparzielen unter Druck zu setzen.