Schluss mit der Mutterschaftsstrafe!

Schluss mit der Mut­ter­schaftss­tra­fe!

Die Familienzeit-Initiative setzt dort an, wo die sogenannte Motherhood Penalty beginnt: beim ungleichen Wiedereinstieg nach der Geburt. Eine gleich lange, gut bezahlte und nicht übertragbare Familienzeit schafft faire Bedingungen für beide Elternteile – und ermöglicht echte Gleichstellung von Anfang an.

Olivia Stuber
Junge Mutter bei der Betreuung ihres Babys

Der jüngste Bericht des Bundesrats zur Situation von Frauen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt bestätigt ein längst bekanntes Problem: Sobald Frauen Mütter werden, sinken ihre beruflichen Chancen spürbar. Dabei spricht man von der sogenannten Motherhood Penalty oder Mutterschaftsstrafe.

Die Familienzeit-Initiative setzt genau hier an und bietet eine Lösung für ein strukturelles Ungleichgewicht, das viele Familien belastet.

Was ist die Motherhood Penalty?

«Motherhood Penalty» steht für die systematische Benachteiligung, die Frauen erfahren, sobald sie Kinder bekommen. Während sich die Vaterschaft in der Schweiz kaum negativ auf die Karriere von Männern auswirkt, geraten Mütter oft unter Druck:

  • Sie reduzieren ihr Pensum, meist mangels ausreichender Betreuungsangebote.
  • Sie stagnieren beruflich, weil ihnen weniger Entwicklung zugetraut wird.
  • Sie tragen weiterhin den Hauptanteil der unbezahlten Care-Arbeit.

Kurz: Die Geburt eines Kindes verändert für Frauen fast alles – für Männer jedoch sehr wenig.

Dieser strukturelle Nachteil entsteht nicht erst im Arbeitsalltag, sondern bereits beim ungleichen Wiedereinstieg nach der Geburt.

Wo die Motherhood Penalty beginnt

Die Schweiz kennt heute gesetzlich nur zwei Wochen bezahlten Vaterschaftsurlaub, gegenüber 14 Wochen Mutterschaftsurlaub. Damit beginnt die Ungleichheit – und sie wirkt über Jahre nach. Viele Mütter übernehmen automatisch den grössten Teil der Kinderbetreuung, reduzieren ihr Arbeitspensum und verlieren damit berufliche Chancen. Gleichzeitig fehlt Vätern die Möglichkeit, wirklich in die Familienarbeit einzusteigen.

Warum die Familienzeit-Initiative die Antwort ist

Die Familienzeit-Initiative fordert eine gleichberechtigte Familienzeit für beide Elternteile, die:

  • ausreichend lange dauert,
  • gut bezahlt ist und
  • nicht auf den anderen Elternteil übertragbar ist.

Genau solche Modelle zeigen grosse Wirkung. Das Beispiel Spanien beweist es eindrücklich. Dort wurde eine gleich lange, zu 100 Prozent bezahlte und nicht übertragbare Elternzeit eingeführt. Das Resultat: 42 Prozent der Elternzeitbeziehenden sind Männer – deutlich mehr als in Schweden, Norwegen, Deutschland oder Frankreich. Wenn beide Elternteile dieselben Bedingungen haben, übernehmen Väter real Verantwortung. Und Mütter erhalten nach der Geburt die gleichen beruflichen Chancen wie Männer. Das ist der wirksamste Hebel gegen die Motherhood Penalty.

Deshalb sagt transfair Ja zur Familienzeit und Ja zu modernen Rahmenbedingungen gegen die Mutterschaftsstrafe.