Lohnerhöhungen 2026 bei Swisscom: transfair ist enttäuscht

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Lohn­er­hö­hun­gen 2026 bei Swisscom: transfair ist enttäuscht

In den Lohnverhandlungen für 2026 mit Swisscom hat transfair zähneknirschend einer Lohnsummenerhöhung von 0,9 Prozent zugestimmt. Für den Personalverband ist das Resultat enttäuschend. Besonders stossend: Die Mitarbeitenden werden mager abgespeist – die Aktionärinnen und Aktionäre sollen aber üppig profitieren.

Marika Schaeren
Daumen runter vor blauem Hintergrund

In Kürze

  • transfair beurteilt das Lohnergebnis 2026 bei Swisscom als ungenügend.
  • Unsere Kritik: Nicht nur die Aktionärinnen und Aktionären gehören am Erfolg beteiligt – auch die Mitarbeitenden sollen ausreichend Wertschätzung bekommen.
  • transfair erwartet von Swisscom, dass das Unternehmen sein Personal als zentralen Erfolgsfaktor sieht.

Swisscom erhöht die Löhne seiner Mitarbeitenden 2026 um insgesamt 0,9 Prozent. Es gelten folgende Mindestansprüche:

  • 0,5% im Entry Bereich
  • 0,3% im Master-Bereich
  • 0,2% im Top-Bereich

Mitarbeitende, die über dem Lohnband liegen, erhalten eine Einmalzahlung von 200 Franken. Der Rest wird individuell verteilt.

Lohnergebnis unter den aktuellen Marktprognosen

transfair hat dieses Ergebnis nur zähneknirschend akzeptiert. Denn die zugesprochene Lohnsumme hinkt den aktuellen Marktprognosen für die Lohnerhöhungen in der Schweiz hinterher. Diese liegen bei über einem Prozent. «Ausgerechnet Swisscom als bundesnahes und erfolgreiches Unternehmen will hier nicht mithalten – das sehen wir sehr kritisch», sagt Greta Gysin, Präsidentin von transfair und Nationalrätin. «Es ist ein grobes Versäumnis, das Personal nicht am wirtschaftlichen Fortschritt zu beteiligen.»

Kein verantwortungsvoller Umgang mit der Belegschaft

Besonders stossend: Aktuell plant Swisscom eine Dividendenerhöhung von 22 auf 26 Franken pro Aktie. Das Personal, das die Leistungen des Unternehmens tagtäglich sicherstellt, wird hingegen äusserst dürftig abgespeist: mit nicht einmal einem Prozent der Lohnsumme. «Dieser Kontrast ist für uns schwer nachvollziehbar und widerspricht einem fairen und verantwortungsvollen Umgang mit der Belegschaft», sagt Gysin.

transfair fordert mehr Wertschätzung für das Personal

transfair erwartet, dass Swisscom seine Mitarbeitenden nicht nur als Kostenfaktor sieht, sondern die zentrale Rolle anerkennt, die sie für den Unternehmenserfolg spielen. transfair wird auch künftig dafür kämpfen, dass das Swisscom‑Personal die Wertschätzung erhält, die es verdient.

13 Prozent mehr Lohn für CEO Aeschlimann im letzten Jahr

2025 erhöhte Swisscom die Lohnsumme um 1,3 Prozent – für transfair ein knapp zufriedenstellendes Ergebnis für das Personal. Jetzt wurde allerdings bekannt: Gleichzeitig stieg der Lohn von CEO Christoph Aeschlimann vor allem durch Aktienvergütungen markant an. Der neue Swisscom-Geschäftsbericht, der letzten Donnerstag erschien, zeigt: Von 2024 auf 2025 stieg Aeschlimanns Gesamtvergütung um über 13 Prozent. transfair findet das kurzsichtig und unfair.