Spannungen im Bundesamt für Statistik nehmen weiter zu

Spannungen im Bundesamt für Statistik nehmen weiter zu © TimToppik/photocase.com
23.01.2013

Im BFS herrscht seit Längerem ein schlechtes Arbeitsklima. Die Mitarbeitenden leiden unter einer Atmosphäre von Misstrauen, wagen nicht, Kritik am Führungsstil der Direktion zu üben. transfair hat sich im vergangenen Halbjahr aktiv für die Mitarbeitenden des Amtes eingesetzt. Wir wollen die betroffenen Mitarbeitenden weiterhin unterstützen und empfehlen, die bestehenden Handlungsmöglichkeiten zu nutzen.

Gemäss SonntagsZeitungs-Artikel vom 20.1.2013 haben sich BFS-Mitarbeitende in einem anonymen Schreiben an Bundesrat Alain Berset gewandt. Sie haben insbesondere die Fachkompetenz des Direktors des BFS stark kritisiert. transfair interpretiert dieses Vorgehen als klares Zeichen für eine steigende Unzufriedenheit und zunehmenden Unmut im BFS.


Bereits Mitte Juni führte der Personalverband transfair eine Mitgliederbefragung im BFS durch, die ein düsteres Bild zeichnete. Etliche Mitarbeitende meldeten zurück, dass sie sich durch die Direktion BFS übermässig kontrolliert fühlten und dadurch eine Atmosphäre von Misstrauen und teilweise auch Angst herrsche. Da die Kritik am Führungsstil des Direktors Jürg Marti weiter zunahm, kam es Mitte September zu einer Aussprache zwischen der Direktion BFS und den Personalvertretungen. transfair konfrontierte die Direktion unbeschönigt mit den vorgebrachten Kritikpunkten.
Die Aussprache wurde im Beisein der Personalchefin des GS EDI, Frau Sissy Brändle, geführt. Das Gespräch führte zum Entscheid, für das ganze Amt einen Teamentwicklungsprozess zu starten - beginnend auf Stufe Geschäftsleitung. Ende November 2012 lud der Generalsekretär des EDI, Herr Lukas Bruhin, sämtliche Personalverbände zu einer Besprechung ein, um einen personalpolitischen „tour d’horizon“ des EDI zu machen. Auch hier waren die Führungsprobleme im BFS ein Hauptthema. Generalsekretär Bruhin erklärte sich bereit, die Mitarbeitenden des BFS zu einem persönlichen Gespräch unter dem Vertraulichkeitsschutz zu empfangen. Wir bitten all unsere Mitglieder, die ebenfalls die Faust im Sack machen, das bestehende Angebot von Generalsekretär Bruhin anzunehmen. Suchen Sie das persönliche Gespräch mit ihm - wir unterstützen Sie gerne dabei.


Wir werden uns auch im 2013 engagiert dafür einsetzen, dass sich die Situation im BFS verbessert. transfair wird den Prozess der Teamentwicklung eng begleiten und die abgeleiteten Massnahmen jeweils mit der Direktion BFS erörtern. Die 660 Mitarbeitenden des BFS sollen in Zukunft wieder in einem Amt mit offenem Arbeitsklima arbeiten und Wertschätzung erfahren können.
 
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