transfair kritisiert die Entscheidung des Stiftungsrats PK Post

transfair kritisiert die Entscheidung des Stiftungsrats PK Post © tunedin/fotolia
24.04.2017

Für die jüngste Konsolidierungsrunde der Pensionskasse (PK) Post forderte transfair den Erhalt der Umwandlungssätze, des Leistungsziels sowie der Hinterbliebenenrenten. Trotz unserem hartnäckigen und bis zum Schluss andauernden Einsatz zu Gunsten alternativer und nachhaltiger Lösungen, werden die Umwandlungssätze per 1. Januar 2018 erneut gesenkt. Aus transfair Sicht eine unnötige Massnahme, zumal für die Stabilisierung der PK auch andere Wege in Frage kommen.

Am 20. April 2017 hat der Stiftungsrat der Pensionskasse Post einstimmig entschieden, die Umwandlungssätze im Alter 65 von 5,35 auf 5,1 Prozent und den technischen Zinssatz von 2,25 Prozent auf 1,75 Prozent zu reduzieren. Dabei hat sich der Stiftungsrat vermutlich am modellhaften Leistungsziel orientiert, welches aufgrund der getroffenen Massnahmen gehalten werden kann.
 
transfair übt Kritik
Der Entscheid des Stiftungsrats beendet die zähen sozialpartnerschaftlichen Verhandlungen. Für transfair sind die zukünftigen Massnahmen nicht die richtigen, denn dadurch wird die PK erneut massiv belastet. Wir bedauern, dass der Stiftungsrat mit seinem Entscheid nicht auf unsere alternativen und sozialverträglichen Lösungsansätze eingegangen ist und offensichtlich dem Herdentrieb anderer Pensionskassen (auch diverse andere bundesnahe Betriebe, wie beispielsweise Swisscom und SBB, haben ihre Parameter bereits gesenkt), dem Druck der Aufsichtsbehörde und den pessimistischen Empfehlungen der Experten nachgegeben hat.
 
Das verändert sich ab Januar 2018
Der Branchenkongress hat sich Anfang April klar dafür ausgesprochen, dass die Sicherung des Leistungsniveaus in den Mittelpunkt gestellt werden muss. Dieses Hauptziel wurde mit folgenden Massnahmen grossmehrheitlich erreicht:
  • Die Kürzungen bei Mitarbeitenden unter 58 Jahren werden zu mindestens 75 Prozent ausfinanziert.
  • Bei Mitarbeitenden zwischen 58 und 62 Jahren wird die prozentuale Ausfinanzierung stufenweise erhöht.
  • Mitarbeitende, die nicht zu 100 Prozent ausfinanziert werden, können die unvollständige Kompensation mittels Erhöhung der Sparbeiträge mehrheitlich kompensieren.
  • Mitarbeitende ab 63 Jahren werden sogar zu 100 Prozent ausfinanziert.
 
Ansonsten ist das Ergebnis ernüchternd. Zwar konnte der Dammbruch der Senkung des Umwandlungssatzes unter 5 Prozent verhindert werden, die Witwen- und Waisenrenten der zukünftigen Rentner werden jedoch ebenfalls per 1. Januar 2018 gesenkt. Im Raum steht, ob bei einer Unterdeckung der Pensionskasse sogar die zukünftigen Hinterlassenenrenten der heutigen Rentner gesenkt werden.
 
Obwohl transfair alternative und sozialverträgliche Lösungsansätze präsentiert hat, hat es der Stiftungsrat der PK Post verpasst, die Kasse nachhaltig zu konsolidieren. Wir gehen deshalb davon aus, dass weitere Konsolidierungsschritte folgen werden.