transfair fordert lückenlose Aufklärung mit voller Transparenz!

transfair fordert lückenlose Aufklärung mit voller Transparenz! © Die Schweizerische Post
23.03.2018

Am 14. März 2018 fand im Nationalrat eine Sonderdebatte zur PostAuto-Affäre statt. Alle Bundeshausfraktionen hatten dringliche Interpellationen zur Thematik eingereicht. Die Stimmung war angespannt. Angriffige und aufmüpfige Wortmeldungen zeigten, dass viele Parlamentarier enttäuscht über die Verfehlungen von PostAuto und dem damit verbundenen Vertrauensverlust waren. Versagt hat das gesamte System und deren Kontrollinstanzen. Auch transfair fordert, eine schonungs- und lückenlose Aufklärung mit voller Transparenz!

Sämtliche Bundeshausfraktionen hatten mit dringlichen Interpellationen einen Sondersessionstag zur Trickserei von PostAuto verlangt. In zahlreiche Voten kam der Graben zwischen dem rechten und dem linken Ratsflügel deutlich zum Vorschein. Während die einen von mehr Privatisierung sprachen, forderten die anderen mehr Service Public. Die Ratsmitte versuchte den Ausgleich mit Sachlichkeit zu schaffen. Mit gutem Beispiel ging Thomas Ammann, Vizepräsident von transfair, voran: «Der Fall muss detailliert und objektiv aufgearbeitet, die Lehren daraus gezogen und die Verantwortlichkeiten betreffend der Überprüfung des Systems klar geregelt und wo nötig die Strukturen angepasst werden.»

Aus den diversen Voten kristallisierte sich heraus, dass in dieser Angelegenheit nebst den Auftraggebern (Bund, Kantone) auch die Politik und sämtliche Kontrollinstanzen versagt haben und diese nun ihren Anteil der Verantwortung tragen müssen. Zwar wurden auch der Verwaltungsrat und die Konzernleitung mit Kritik eingedeckt, aber Frau Bundesrätin Leuthard rief wiederholt die verschiedenen Verantwortungs-Ebenen und Rollen in Erinnerung und zeigte den Parlamentariern damit auf, dass diese eigentlich darüber Bescheid wissen sollten, da Sie in Kommissionen eingebunden und jährlich mit Berichten bedient werden.

transfair fordert: keine Vermischung der Thematiken!
Solche politischen Debatten bergen die Gefahr, dass Themen eingebracht und verwoben werden, die mit der eigentlichen Problematik direkt nichts zu tun haben. Auch bei dieser PostAuto-Affäre ist es nicht anders: Die Parlamentarier sprachen von Wettbewerbsverzerrung, Konkurrenzierung der privaten Unternehmen durch die Post, Privatisierung von Service-Public-Leistungen und PostFinance. Auch die Falschanreize und damit verbunden die Frage der Boni kam zur Diskussion.

Es ist richtig, dass Verwaltungsratspräsident von Post, Urs Schwaller, eine Abklärung beauftragt hat. Der Bericht der Untersuchung wird Ende April vorliegen. Die FedPol, das die Strafuntersuchung leitet, hat sich zusätzlich personell verstärkt. Auch die eidgenössische Finanzkontrolle hat angekündigt, dass Sie in ihrem Jahresprogramm auch die PostAuto untersuchen werden.

Das Personal darf nicht zu Schaden kommen!
transfair erachtet es als wichtig, dass sich nun die Politik der PostAuto-Problematik angenommen hat. Genau so wichtig ist für den Personalverband aber, dass die Thematik isoliert betrachtet wird und die objektive Untersuchung vorangetrieben wird. Damit das Vertrauen in PostAuto nicht noch zusätzlich in Mitleidenschaft gezogen wird, fordert transfair eine schonungs- und lückenlose Aufklärung mit voller Transparenz. Für transfair steht nach wie vor das Personal im Fokus: es darf unter keinen Umständen unter dieser Situation leiden!
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PostAuto AG