notime baut Personal ab – was ist los?

notime baut Personal ab – was ist los? © notime
22.09.2020

Kaum hat die Post Ende August sämtliche Aktienanteile der notime AG übernommen und noch bevor der neue GAV notime AG am 1. Oktober 2020 in Kraft tritt, meldet die Firma einen grossen Stellenabbau. transfair erläutert die Ursachen und bietet den Betroffenen Hand.

Konsequenzen des Klumpenrisikos

Die bisherige Kundin EAT.CH hat ihr Auftragsvolumen bei notime AG bereits stark reduziert und wird das Auftragsverhältnis in den kommenden Monaten beenden. Grund dafür ist der Zusammenschluss der zwei internationalen Gesellschaften, JUST EAT und Takeaway. EAT.CH hat sich dazu entschieden, in Zukunft schweizweit mit einem Fahrer-Team von Takeaway.com European Operations B.V. («Takeaway») auszuliefern. Mit EAT.CH verliert notime den wichtigsten Kunden im Bereich «Restaurant Delivery Services» (RDS), der bisher ca. 90 Prozent des entsprechenden Auftragsvolumens ausmachte.

Infolge dieses Verlustes gibt es für die Food-Fahrerinnen und -Fahrer nicht mehr genügend Arbeit. Weil ein sicheres Einkommen wegfällt, ist das ein schwerer Schlag für die meisten Fahrerinnen und Fahrer, die Teilzeit arbeiten.

Krasser Schnitt für viele Teilzeitangestellte

Rund 265 aktive Food-Fahrerinnen und -Fahrer und somit fast die Hälfte des gesamten Personalbestandes von notime sind von diesem krassen Schnitt betroffen. Um diese Situation abzufedern, versucht notime einen Teil der Betroffenen im Bereich Paketzustellung als E-Commerce-Fahrerinnen und -Fahrer weiter zu beschäftigen. Dem weitaus grössten Teil von etwa 200 Personen soll in Zusammenarbeit mit EAT.CH ein neuer Arbeitsvertrag von Takeaway angeboten werden.

Sozialverträgliche Lösungen anbieten

transfair erwartet, dass den betroffenen Mitarbeitenden in dieser schwierigen Zeit die bestmögliche Unterstützung seitens des Arbeitgebers geboten wird. Zum Beispiel bezüglich notwendiger Umschulung und der Übernahme dieser Kosten. Auch auf die Arbeitsbedingungen bei Takeaway ist ein besonderes Augenmerk zu legen. transfair wird die Angelegenheit durch den Zuständigen der Sozialpartnerschaft notime, Philipp Bernhardt, aufmerksam begleiten und steht seinen Mitgliedern jederzeit gerne für Beratungen zur Verfügung. Falls es trotzdem zu Kündigungen kommt, erwartet transfair, dass diese sozialverträglich bearbeitet und die Einzelfälle berücksichtigt werden.
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