Zukunftslösung für die Pensionskasse Post

Zukunftslösung für die Pensionskasse Post © transfair | Gaby Möhl
25.06.2021

Die Pensionskasse der Post – wie alle anderen Pensionskassen auch – steht immer wieder vor Herausforderungen. Nach umfangreichen, langwierigen und komplexen Verhandlungen konnte transfair ein sehr gutes Massnahmenpaket zur weiteren Stabilisierung der Pensionskasse Post verhandeln.

Vorneweg, die Pensionskasse Post (PK Post) ist weiterhin gut aufgestellt. Aber es gibt einige Problemstellen, die einer Korrektur bedürfen

Pensionierungsverluste

Per 1. Januar2024 werden einerseits der Umwandlungssatz von 5,1 auf 5,0 Prozent und per 31. Dezember 2021 andererseits der technische Zins von 1,75 auf 1,50 Prozent gesenkt. Die spätere Anpassung der Umwandlungssätze führt grundsätzlich zu Pensionierungsverlusten. Diese Pensionierungsverluste werden jedoch abgefedert und bis und mit 2023 durch eine Einlage der Post in der Höhe von 200 Millionen Franken finanziert. Mit der Anpassung des Umwandlungssatzes reduziert sich die Altersrente der Neurentner und Neurentnerinnen ab 1. Januar 2024. Um eine Senkung der zukünftigen Renten zu kompensieren, wird während den nächsten drei Jahren ab 2021 eine verbesserte Verzinsung des Sparkapitals angestrebt. Für die heutigen Rentner und Rentnerinnen ändert sich nichts. Weil der Umwandlungssatz mit 5,0 Prozent aber dann immer noch leicht zu hoch ist, wird der Risikobeitrag des Arbeitgebers um 0,5 Prozent-Punkte ab 2024 zusätzlich erhöht, um die Pensionierungsverluste zu decken.

Verluste bei den Risikokosten

Es wurde festgestellt, dass die erhobenen Risikobeiträge nicht mehr zur Deckung der Leistungen genügen, das heisst, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmenden in den letzten Jahren höhere Beiträge hätten bezahlen müssen. Die Risikobeiträge, welche eigentlich schon ab 1. Januar 2021 erhöht werden sollten, werden nun erst ab 1. Januar 2024 bei der Arbeitgeberin und den Arbeitnehmenden zu gleichen Anteilen um je 0,5 Prozent erhöht. Verluste der Vorjahre bis 2023 werden ebenfalls durch die oben erwähnte Einlage der Post gedeckt.

Gleichstellung Mann/Frau bei ordentlicher Pensionierung

Als zusätzlichen grossen Erfolg verhandelten die Sozialpartner, dass die Umwandlungssätze per ordentlichem AHV Pensionierungsalter (Frauen 64 Jahre/ Männer 65 Jahre) vereinheitlicht werden. Neu sollen die Umwandlungssätze bei der Pensionierung identisch sein, was die Altersrente der Frauen ab 62 Jahren erhöht.

Gutes Abfederungspaket geglückt

Für transfair ist der Idealfall, dass die meisten bis zu ihrem ordentlichen Pensionsalter arbeiten können. Dies generiert ein höheres Sparkapital als bei einer Frühpensionierung und sichert eine vernünftige Rente. Wer es sich leisten kann, freiwillig vor dem ordentlichen Pensionsalter in Rente zu gehen, gehört zu den Privilegierten.

Dass die Umwandlungssätze gleichgestellt werden, ist ein grosser Erfolg, der jedoch eine Schattenseite hat: Für Frauen, die mit 62 oder 63 Jahren mit Sozialplan pensioniert werden, fast die Hälfte aller Pensionierungen, resultieren durch die Anpassungen leichte Senkungen. transfair versucht hier durch seine Vertretung im Stiftungsrat eine Korrektur zu erzielen. Abgesehen von dieser Tatsache ist transfair mit der sozialpartnerschaftlich erzielten Vereinbarung sehr zufrieden.
 
Der Inhalt der Vereinbarung wurde anlässlich des Kongresses der Branche Post/Logistik vom 10. Juni 2021 in Naters ausführlich erläutert. Die Kongressteilnehmenden ratifizierten das Resultat einstimmig.
Einsatzbereiche
Die Schweizerische Post, Pensionskasse Post