Zukunft von PostFinance: transfair stellt klare Forderungen

Zukunft von PostFinance: transfair stellt klare Forderungen © transfair
26.09.2020

Am 22. September 2020 hat transfair zur Teilrevision des Postorganisationsgesetzes und damit zur möglichen Aufhebung des Kredit- und Hypothekarverbots von PostFinance Stellung genommen. transfair fokussiert sich ganz auf den Erhalt der Arbeitsplätze und auf das Personal, das ausgezeichnete Arbeitsbedingungen verdient hat. Deshalb ist es von grundlegender Bedeutung, dass PostFinance ein finanzielles Gleichgewicht wiedererlangt. PostFinance ist eine systemrelevante Bank und hat einen Grundversorgungsauftrag. Diesen beiden Merkmalen muss PostFinance auch Zukunft gerecht werden. Aus diesem Grund steht transfair der Aufhebung des Kredit- und Hypothekarverbots für PostFinance positiv gegenüber. transfair ist jedoch gegen eine teilweise oder vollständige Privatisierung des Unternehmens.

Ja zu neuen Perspektiven für PostFinance

transfair ist sich bewusst, dass PostFinance neue Perspektiven braucht. Für den Personalverband steht der Erhalt der Arbeitsplätze und die Gewährleistung der aktuellen Arbeitsbedingungen für das Personal an erster Stelle. transfair legt den Schwerpunkt auf die Aufrechterhaltung eines hochwertigen Service Public. Die Stabilität von PostFinance beeinflusst die Stabilität des ganzen Postkonzerns. Wenn sich die finanzielle Lage von PostFinance nicht verbessert, könnte PostFinance zu Kostenoptimierungen gezwungen sein, Stellen abbauen und Standorte schliessen. Schlussendlich hätten Kündigungen negative Auswirkungen, die sich auch auf die Pensionskasse der Post übertragen würden. Dieses Szenario will transfair unbedingt vermeiden. Aus diesem Grund befürwortet der Personalverband die Aufhebung des Kredit- und Hypothekarverbots von PostFinance. Zurzeit hat PostFinance keinen Zugang zu diesem Markt. Wenn PostFinance in diesen Markt einsteigen kann, hätte sie die Möglichkeit, sich zu entwickeln. Die Forderung von transfair an den Bundesrat ist klar: Er muss für eine ausreichende Wettbewerbsfähigkeit und eine nachhaltige Ertragskraft der Bank zu sorgen.

Nein zu jeglicher Art von Privatisierung

In seiner Stellungnahme hat sich transfair deutlich gegen eine teilweise oder vollständige Privatisierung von PostFinance ausgesprochen. Im Fall einer Teilprivatisierung müsste das Unternehmen Dividenden an die Aktionäre auszahlen. Folglich würden Finanzmittel nicht mehr intern, namentlich in das Personal (z.B. in Weiterbildung) investiert. Ausserdem will transfair verhindern, dass der Druck auf das Personal wegen notwendiger Gewinnoptimierung erhöht wird. Des Weiteren wehrt sich der Personalverband vehement gegen eine vollständige Privatisierung des Unternehmens. Das sichere Bild von PostFinance hat sich als bundesnahes Unternehmen einen stabilen und sicheren Ruf aufgebaut. Die Gefahr einer (Teil-)Privatisierung wäre, dass sich dieser Ruf verschlechtert und somit auch negative Folgen für Personal und Unternehmen haben würde. Sollte PostFinance aus dem Konzernverbund herausgelöst werden (vollständige Privatisierung), würde dies, weil wichtige Synergien nicht mehr genutzt werden könnten, zu einem substanziellen Anstieg der Grundversorgungskosten führen. Das will transfair um jeden Preis verhindern. Eine Erhöhung der Preise wäre zum Nachteil der Bevölkerung und des Service Public und würde die Attraktivität von PostFinance schädigen. Damit könnte die Beibehaltung der Arbeitsplätze und der Arbeitsbedingungen in Frage gestellt werden.  

Die Grundversorgung muss für alle zugänglich sein!

transfair setzt sich täglich ein für die Aufrechterhaltung einer hochwertigen Grundversorgung in seinen Branchen. PostFinance ist für die Grundversorgung im Bereich der Finanzdienstleistungen verantwortlich. In seiner Stellungnahme fordert der Personalverband, dass der Service Public und die Grundversorgungsleistungen von PostFinance ausnahmslos für alle zugänglich bleiben. Vor allem für den Teil der Bevölkerung, der digitale Hilfsmittel nur wenig oder gar nicht nutzt. Diese Grundversorgung ist eine unentbehrliche Stütze für den Erhalt der wirtschaftlichen und sozialen Strukturen in der Schweiz. Dies wurde namentlich während der Corona-Krise bewiesen.

transfair bleibt am Ball

Zusammenfassend fordert transfair langfristige Perspektiven für PostFinance. In jedem Fall fordert transfair, dass das Personal weiterhin über einen guten GAV, über ein sicheres Arbeitsumfeld und Weiterbildungsangebote verfügt. transfair verfolgt die Entwicklung aufmerksam und wird, wenn nötig, im Sinne seiner Mitglieder auf parlamentarischer Ebene in Zusammenarbeit mit Co-Präsidentin Greta Gysin intervenieren.