Zufriedenstellendes Lohnresultat für Post CH AG

Zufriedenstellendes Lohnresultat für Post CH AG © transfair
23.01.2019

transfair und die Sozialpartner der Post haben in zwei Runden intensiv über die Lohnmassnahmen für das Personal von PostNetz, PostLogistics und PostMail für das Jahr 2019 verhandelt. Das Resultat kann sich sehen lassen: bedeutet es doch für die Mehrheit der Mitarbeitenden nachhaltige, das heisst im Lohn eingebaute, Massnahmen.

Das vorliegende Resultat ist unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Situation der Post CH AG, der Arbeitsmarktlage und der Entwicklung der Teuerung entstanden. transfair zeigt sich zufrieden mit den erzielten Massnahmen.
 
  • 1,4 Prozent der Lohnsumme (30 Millionen Franken) werden für individuelle Lohnmassnahmen eingesetzt. Die Teuerung von 1 Prozent ist damit berücksichtigt.
  • 65 Prozent des Betrages aus Punkt 1 sind als Pflichtanteil für die unteren drei Quartile des 2018 eingeführten Lohnsystems reserviert. Das System gibt die Verteilung vor, die Vorgesetzten haben keine Einflussmöglichkeit. Von diesen nachhaltigen Massnahmen, die sich auf den Lohn auswirken, profitieren Personen mit Mitarbeitendenbewertungen von mindestens «gut erfüllt».
  • 35 Prozent des Betrages aus Punkt 1 steht den Vorgesetzten für die individuelle Verteilung über alle vier Quartile zur Verfügung. Die Vorgesetzten verteilen diese Summe unter Berücksichtigung der Lage im Lohnband, der Lohnhygiene innerhalb des Teams und der Personalbeurteilung. Diese Massnahme ist ebenfalls im Lohn eingebaut und somit nachhaltig.
  • Das obere und untere Lohnband wird für alle Lohnbänder um 1 Prozent angehoben. Dies hat zur Folge, dass nicht nur die untersten Mindestlöhne angehoben werden. Dadurch kommen 2019 einige hundert Personen, die heute über dem Lohnband liegen, wieder ins Lohnband hinein und können dereinst erneut von individuellen Lohnmassnahmen profitieren.
  • Für die Mitarbeitenden von PostNetz, die heute grossmehrheitlich über dem Lohnband sind und somit meist keine Lohnentwicklung mehr haben, wird über eine Lösung bezüglich der Öffnung der heute gedeckelten Lohnbänder gesprochen. Die Absichtserklärung zur Verhandlung dieser Öffnung sieht vor, dass diese spätestens vor der nächsten Lohnverhandlungsrunde abgeschlossen wird.
 Vergleich zum Vorjahr
 
  2018 2019
Einmalzahlung 600.-/350.- pro rata Beschäftigungsgrad keine
Anteil der Lohnsumme für Lohnmassnahmen 1 Prozent 1,4 Prozent
Pflichtanteil der Gesamtsumme 50 Prozent 65 Prozent
Anhebung Lohnbänder +0,5 Prozent + 1,0 Prozent
 
transfair würdigt zufriedenstellendes Resultat
Das vorliegende, positive und nachhaltige Resultat ist ganz im Sinne von transfair. Auch im Vergleich mit anderen Unternehmen gleicher Grösse (Migros 1 Prozent individuell, Coop 1 Prozent individuell) und anderen bundesnahen Unternehmen (SBB 0,8 Prozent individuell) lässt sich das Resultat sehen. Dies vor allem, weil die Nachhaltigkeit beim Pflichtanteil und bei den individuellen Massnahmen gegeben ist und einer Einmalzahlung vorzuziehen ist. Mit der Anhebung der Lohnbänder profitieren auch langjährige Mitarbeitende.
 
Das 2018 eingeführte Lohnsystem hält, was es verspricht: Die Lohnungleichheit zwischen Mann und Frau weiter zu reduzieren und gleichzeitig die grossen Lohndifferenzen zur Erfüllung des Postulates «gleicher Lohn für gleiche Arbeit» zu verringern.
 
Durch die Aussicht auf eine Regelung der Lohnband-Problematik bei PostNetz, die über 80 Prozent des PostNetz-Personals betrifft, könnten auch für diese Mitarbeitenden wieder neue Entwicklungsperspektiven entstehen.
Einsatzbereiche
Die Schweizerische Post