Verhandlungen für einen neuen GAV PostAuto 2021 sind gescheitert

Verhandlungen für einen neuen GAV PostAuto 2021 sind gescheitert © Day Of Victory Stu/AdobeStock
22.07.2020

Vor rund einem Jahr sind transfair, PostAuto und syndicom in die Verhandlungen zum neuen GAV PostAuto gestartet. Nachdem überrissene Forderungen einer Verhandlungspartei das Fass zum Überlaufen gebracht haben und PostAuto die Verhandlungen abgebrochen hat, stehen wir vor einem Scherbenhaufen. Die Situation ist enttäuschend, vor allem auch, weil aus Sicht von transfair ein positives Verhandlungsergebnis absehbar war. transfair ist nach wie vor verhandlungsbereit und setzt sich konstruktiv-kooperativ für eine nachhaltige Lösung zugunsten des PostAuto-Personals ein.

Vor über einem Jahr haben transfair, PostAuto und syndicom damit begonnen, die neue Vereinbarung zum Arbeitszeitgesetz (AZG) und anschliessend den neuen GAV zu verhandeln.
 
transfair hat sich gut vorbereitet und sich zum Ziel gesetzt, den bestehenden GAV attraktiver und moderner zu gestalten. Vor allem die Entschädigungen für die Ausnahmen gemäss Verordnung zum AZG sollten im GAV geregelt werden.

Das Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen nicht gefunden

transfair weiss, dass ein gutes, tragfähiges und von allen Seiten akzeptiertes Resultat nur dann zustande kommt, wenn alle dazu bereit sind zu geben und zu nehmen und nicht auf unrealistischen Forderungen zu verharren. Dass ein Verhandlungspartner diesem Kredo partout nicht nachkommen wollte und vom Fordern nicht genug kriegen konnte, sorgt bei transfair für verständnisloses Kopfschütteln.
 
PostAuto hat nach mehrmaligen (ignorierten) Apellen an die für das Scheitern verantwortliche Verhandlungsdelegation am 3. Juli 2020 die Reissleine gezogen und den Abbruch der Verhandlungen verkündet. Auch das Spitzengespräch vermochte die Wogen nicht zu glätten.

transfair verfolgt klare Ziele

transfair hat im letzten Verhandlungsjahr alles gegeben und hat versucht, seine ganze Kreativität, die Lösungssuche und die Kompromissbereitschaft in die Waagschale zu werfen, um zu einer Win-Win-Situation für Arbeitnehmende und Arbeitgeber zu kommen. Für transfair, seinen Firmenvorstand und seine Mitglieder ist die aktuelle Situation mit Frust und Wut verbunden, besonders weil aufgrund des Scheiterns auch alle positiven erreichten Punkte weg vom Tisch sind.
 
Doch transfair gibt nicht einfach klein bei und will für seine Mitglieder und das Personal von PostAuto unbedingt verbesserte Arbeitsbedingungen erzielen. transfair setzt sich in einem ersten Schritt dafür ein, dass die Mitarbeitenden weiterhin gute und stabile Arbeitsbedingungen haben. transfair fordert deshalb als Minimalziel und im Sinne einer Übergangslösung, dass der bestehende GAV fortzuführen und möglichst viele Errungenschaften des Dach-GAV zu integrieren sind.
 
Als zweiten Schritt fordert transfair neue GAV-Verhandlungen, die unter optimalen Rahmenbedingungen stattfinden sollen. transfair ist und bleibt die Vertretung der Arbeitnehmenden mit vernünftigen und realistischen Forderungen und wird sich entsprechend vorbereiten.

So geht es weiter

Am 18. August 2020 ist ein weiteres Spitzengespräch zwischen den Sozialpartnern vorgesehen. Dann wird abschliessend entschieden, wie es weiter geht. Folgende Möglichkeiten stehen im Raum:
  • Verlängerung des alten GAV PostAuto mit unverändertem Inhalt
  • Verlängerung des alten GAV PostAuto mit der Übernahme von Errungenschaften aus dem neuen Dach-GAV 2021
  • Personalreglement statt GAV
 
transfair weiss, dass die aktuelle ungewisse Situation Ängste schürt, für Verunsicherungen und auch für verständnisloses Kopfschütteln sorgt. transfair hält sich an die geltende Friedenspflicht und setzt seinen Fokus auf konstruktive Zukunftsgespräche. transfair verspricht seinen Mitgliedern, sich erneut sorgfältig auf das nächste Spitzengespräch vorzubereiten, umsichtig alle Möglichkeiten abzuwägen und sich eigenständig.mutig.persönlich. für das Wohl des gesamten PostAuto-Personals einzusetzen.
Einsatzbereiche
PostAuto AG