SecurePost wird definitiv verkauft

SecurePost wird definitiv verkauft ©Schweizerische_Post
04.05.2021

Jetzt steht es also fest: SecurePost AG wird definitiv an die Loomis AG verkauft. Nicht nur Gebäude, Mobilien, Bestände und Fahrzeuge, auch das Personal muss von Loomis vollständig übernommen werden. Was die SecurePost-Verantwortlichen als Chance bewerten, sehen langjährige, treue Mitarbeitende mit gelbem Blut und solche, die nicht mit bewaffnet arbeiten wollen, natürlich anders. Bei ihnen ist die Enttäuschung und die Unsicherheit gross. Auch transfair ist mit dem Entscheid des Verkaufs nicht glücklich, hat sich jedoch für das Personal stark gemacht und diverse Zugeständnisse von SecurePost erhalten.

transfair hat sich im Rahmen der sozialpartnerschaftlichen Gespräche für die Mitarbeitenden eingesetzt. Leider konnte transfair keinen Sozialplan verhandelt, da bei diesem Betriebsübergang kein Stellenabbau erfolgt. transfair konnte jedoch erreichen, dass die SecurePost verschiedene wichtige Zugeständnisse macht:
  • Lohngarantie bis Ende 2021.
  • Die normativen Bestimmungen (wie z.B. Arbeitszeit, Ferien, Treueprämie oder Mindestlohn) der beiden Gesamtarbeitsverträge GAV SecurePost AG Logistik und GAV SecurePost AG werden auch durch die neue Arbeitgeberin eingehalten und gelten bis zum 31. Dezember 2021.
  • Die Kaderreglemente gelten unverändert weiter.
  • Die Lohnfortzahlung bei Krankheit und Unfall wird unverändert übernommen.
  • transfair hat kritisiert, dass der Wechsel in die neue Pensionskasse der Loomis AG per 1. Mai 2021 zu wenig mitarbeitendenspezifisch kommuniziert wurde. Auf das Begehren von transfair hin, hat nun ein Pensionskassen-Spezialist der Post die Auswirkungen an einem konkreten Beispiel aufgezeigt und die Gleichwertigkeit in der Gesamtbetrachtung bestätigt.
  • Für Mitarbeitende, die zukünftig zum Tragen einer Dienstwaffe verpflichtet sind und dies nicht wollen, hat transfair verlangt, dass die Post ein zumutbares Angebot innerhalb der Post unterbreiten soll. Loomis will bei solchen Fällen versuchen, intern eine geeignete Lösung anzubieten.  
  • Bei einem allfälligen Stellenverlust kommen Abfederungsmassnahmen zum Tragen. Dies gilt auch für Mitarbeitende, die aus objektiven Gründen (z.B. Staatsangehörigkeit), keine Waffe tragen dürfen.
  • Dem Wunsch den Zugriff auf die interne Stellenbörse der Post auch nach dem Betriebsübergang weiterhin zu ermöglichen und bei einem Stellenverlust eine Garantie auf ein Bewerbungsgespräch zu erhalten, wurde entsprochen.
  • Mitarbeitende die per 1. Mai 2021 von SecurePost zu Loomis Schweiz AG wechseln und im Zeitraum vom 1. Mai 2021 bis 31. Dezember 2022 ihre Stelle bei Loomis Schweiz AG aus wirtschaftlichen Gründen wider Erwarten verlieren, haben Anspruch auf folgende Abfederungsmassnahmen:
    • Begleitung durch das Laufbahnzentrum (LBZ) der Post
    • Zugang zur internen Stellenbörse der Post
    • Garantie auf ein Bewerbungsgespräch («Erstgespräch») bei Bewerbung auf Post-Stellen
  • Für Mitarbeitende, die von einer negativen finanziellen Veränderung des Arbeitsvertrages, anfallenden Mehrkosten betreffend Arbeitsweg oder von einem Stellenverlust im Zeitraum vom 1. Mai 2021 bis 31. Dezember 2022 betroffen sind, wird einen Fonds für Härtefälle geschaffen. Das heisst, dass die Post in Härtefällen zusätzliche finanzielle Beiträge sprechen kann. Entsprechende Gesuche werden durch die Sozialberatung Post geprüft.
transfair konzentriert sich jetzt darauf, seine Mitglieder während dieser Übergangsphase zu begleiten und zu beraten, um bis Ende Jahr Klarheit über die weitere Zukunft zu erhalten. Betroffene Mitglieder können sich bei Fragen an die Ansprechpersonen in den Regionen wenden.
 
transfair wird das Versprechen, dass im Rahmen des Betriebsüberganges keine Kündigungen vorgesehen sind, im Auge behalten und SecurePost beim Wort nehmen.
Einsatzbereiche
SecurePost AG