Die Post ist weiter auf dem Abbautripp

Die Post ist weiter auf dem Abbautripp © birdy's/photocase.com
02.11.2017

Das neue Führungsmodell für die Funktionen «Finanzen, Kommunikation und Personal», eine neu gebündelte ICT-Organisation, die strategische Ausrichtung von PostFinance zum Digital Powerhouse und ein Personalabbau bei Presto sind die Auslöser für verschiedene Konsultationsverfahren.

Mitarbeitende nutzen Mitwirkungsrecht bei Konsultationsverfahren
Kürzlich haben tausende Mitarbeitende der Post einen Brief bezüglich den laufenden Konsultationsverfahren erhalten. Dies hat für gehörige Verunsicherung und Betroffenheit gesorgt, zahlreiche Mitarbeitende verlassen das Unternehmen. Gemäss Obligationenrecht müssen Unternehmen bei grösseren Stellenabbauten ein Konsultationsverfahren durchführen und einen Sozialplan ausarbeiten. Dabei soll den Betroffenen die Möglichkeit gegeben werden, Vorschläge zu unterbreiten, wie allfällige Kündigungen vermieden, deren Zahl beschränkt oder die Folgen gemildert werden können. Die Eingabefrist endete am 20. Oktober 2017.

Sozialplanpflicht – eine wichtige Errungenschaft
Im Rahmen des totalrevidierten Sanierungsrechts wurde ab dem 1. Januar 2014 neu eine Sozialplanpflicht eingeführt. Zu verdanken ist dies dem gemeinsamen und vor allem im Nationalrat hart ausgetragenen Kampf von Personalverbänden, Gewerkschaften, SP und Grünen. Bis dahin waren in der Schweiz die Bestimmungen zu Restrukturierungen und Entlassungen bei Firmensanierungen zahnlos und wegen einer Rechtsprechung mit grossem Graubereich auch leicht zu umgehen. Das revidierte Sanierungsrecht hat diese «paradiesischen» Zustände für die Job-Abbauer vom Dienst beendet. Denn in den Sozialplänen ist definiert wie bei Reorganisationen vorgegangen werden muss, wie beispielsweise bei Änderung des Arbeitsortes, Anpassung der Funktion, Kaderstufe und/oder Grundlohn, bei BG-Änderung,  und diese regeln auch die Zumutbarkeit.

So zeigt es sich, wie wichtig es ist, dass transfair auf dem politischen Parkett mit den Nationalräten Stefan Müller Altermatt und Thomas Ammann gut vertreten ist. Die Politik beeinflusst viele Dinge, welche die Arbeitnehmenden direkt oder indirekt betreffen.

Um- und Abbau geht weiter
Es geht auch in anderen Projekten weiter mit dem Um- und Abbau der Post: Mitarbeitende von PostFinance sollen zu SPS AG transferiert werden und bei PostMail wird die Sendungsaufbereitung im Projekt SAB rationalisiert. Davon betroffen sind auch zahlreiche Mitarbeitende von PostMail und PostNetz.

transfair macht sich für Sie stark
Der Personalverband transfair konzentriert sich auf die Bedürfnisse und Interessen seiner Mitglieder. Zu den wichtigsten Aufgaben von transfair gehören in diesem Rahmen:
  1. transfair ist im Einzelfall persönlich für Sie da. Unterschreiben Sie keine Vereinbarung ohne mit unseren Regionalsekretariaten gesprochen zu haben. Sie haben im GAV das Recht, eine Vertrauensperson für Gespräche und Verhandlungen beizuziehen, das empfiehlt transfair ihnen.
  2. transfair setzt alles daran, dass die Post ihr Versprechen erfüllt und zuerst intensiv prüft, ob es intern alternative Jobangebote für Betroffene gibt, bevor sie Mitarbeitende entlassen muss.
  3. transfair überwacht die korrekte Anwendung der Sozialpläne und verhandelt für seine Mitglieder die besten und passenden individuellen Lösungen.
  4. transfair verhindert , dass Mitarbeitende, die knapp unter 55 Jahren sind, benachteiligt werden Mit 55 Jahren und mindestens 20 Dienstjahren haben Sie im Sozialplan de facto eine Anstellungsgarantie bis 62 Jahren.
  5. transfair setzt sich dafür ein, dass die Mitwirkungsrechte in einem neuen GAV so verbessert werden, dass die Sozialpartner und Betriebskommissionen zukünftig von Anfang eines Projektes an, mitreden können.
Einsatzbereiche
Die Schweizerische Post, PostFinance AG, Presto AG