Bis zum Schluss hart aber fair gekämpft – Die Lohnresultate PostFinance sind bekannt

Bis zum Schluss hart aber fair gekämpft – Die Lohnresultate PostFinance sind bekannt © transfair
17.07.2018

Die Verhandlungsdelegation von transfair hat sich bis zum Schluss hart aber fair für wirksame Lohnmassnahmen eingesetzt und auch eine Eskalation an die Paritätische Schlichtungskommission (PSK) nicht gescheut. Da vorgängig keine Einigung zur Realisierung der Lohnmatrix gefunden wurde, akzeptierten die Sozialpartner die von der PSK vorgeschlagene Lösung.

Die gestiegenen Krankenkassenprämien, gleicher Lohn für gleiche Arbeit, die Restrukturation im Rahmen des Projektes Victoria, veränderte personelle Zusammensetzung der Verhandlungsdelegationen, die von transfair angestrebte Lohnmatrix sowie die Forderung nach einer spürbaren Wertschätzung. Dies waren nur einige der Gründe und Themen, die hineinspielten und die zeitweise hitzigen Diskussionen in die Länge zogen.

Schlussendlich konnte auch in einem letzten Versuch keine Einigung zur Realisierung der Lohnmatrix gefunden werden. Damit akzeptierten die Sozialpartner die von der PSK vorgeschlagene Lösung. Diese sieht folgende Eckpfeiler vor:
  1. Eine Einmalzahlung, abgestuft nach Beschäftigungsgrad,  wird mit dem Juli-Lohn ausbezahlt:
Beschäftigungsgrad Einmalzahlung
weniger als 40 Prozent CHF 400
40 bis 69 Prozent CHF 800
70 Prozent und mehr CHF 1‘000
 
  1. Für individuelle, nachhaltige Lohnmassnahmen steht 1 Prozent der Gesamtlohnsumme aller Mitarbeitenden unter GAV PostFinance zur Verfügung. Die individuellen Lohnmassnahmen werden mit dem September-Lohn ausbezahlt. Sie gelten rückwirkend per 1. April 2018. Somit wird den Berechtigten die Summe aus der fünfmonatigen Differenz zwischen dem alten und dem neuen Lohn (April bis August) ebenfalls im September überwiesen.
Was haben die Verhandlungen nun gebracht?
  • Die PSK hat die angemessenen Forderungen von transfair bezüglich der Einmalzahlung übernommen. Die Argumente des Personalverbandes zur Notwendigkeit der Entwicklung von tiefen Löhnen, zum Einsatz gegen Willkür bei der Verteilung und zur Lohngleichstellung zwischen Mann und Frau, die in der Matrix ihre Wirkung entfaltet hätten, wurden durch die PSK aufgenommen und mit einer Erhöhung der individuellen Massnahmen um 0,2 Prozent gewürdigt.
  • Der Personalverband transfair hat gezeigt, dass er im Kampf um Lohngleichheit und Anerkennung von sehr guter Arbeit nicht mit sich spielen lässt.
  • Dadurch, dass die Gesamtlohnsumme aller Mitarbeitenden unter GAV PostFinance zur Verfügung steht, wird das Resultat nochmals aufgewertet. Bei Post CH AG zum Beispiel wird nur die Lohnsumme im Lohnband berücksichtigt.
  • PostFinance hat eingewilligt, ein Reporting zu erstellen. Dies gibt dem Personalverband transfair die Möglichkeit einzusehen, ob die Lohnmassnahmen in seinem Sinne wirken.  Ferner hat PostFinance Bereitschaft dazu signalisiert, die Sozialpartner an den jährlichen Lohnverhandlungen bezüglich der spezifischen Massnahmen mitentscheiden zu lassen.
  • Für die PostFinance-Mitarbeitenden ergab sich zwar eine lange Wartefrist, aber keine Einbussen durch die längere Verhandlungsdauer.
  • Die Erkenntnis, dass die im GAV vorgesehenen Eskalationsstufen funktionieren.
Trotz den Turbulenzen der vergangenen Monate bewertet transfair das Lohnresultat als gut und hat seine Rolle als Vermittler und treibende, starke Kraft im Lösungsprozess bestätigt. Auch wenn die angestrebte Lohnmatrix am Schluss nicht realisiert werden konnte. Vielleicht nimmt transfair das Thema an den Lohnverhandlungen 2019 nochmals auf?
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