Weiterentwicklung Lohnsystem SBB

Weiterentwicklung Lohnsystem SBB ©AdobeStock_Fokussiert
14.10.2020

In der Verhandlungsrunde mit der SBB Ende September 2020 konnten die Prioritäten der Verhandlungen durch die Verbände etwas zurecht gerückt werden: In den nächsten Runden wird mit den Besprechungen zur Weiterentwicklung des Lohnsystems fortgefahren und über die Sparforderungen der SBB wird zu einem späteren Zeitpunkt diskutiert.

Forderungen transfair zum Lohnsystem

Als Basis für die Weiterentwicklung des Lohnsystems bezieht transfair die aktuellen Umstände, in denen sich die SBB befindet, mit ein. So gibt es kaum Bereiche, in denen die SBB nicht auf gut qualifizierte Fachleute angewiesen ist (Fachkräftemangel) und darum zukünftig über alle Berufskategorien attraktive Löhne und deren Entwicklung anbieten muss. transfair erachtet es unter anderem als wesentlich, dass mit einem neuen System
  • Wissen und Erfahrung klarer abgebildet werden können
  • Eine kürzere, planbare Lohnanstiegsdauer ermöglicht wird
  • Keine «Verlierer» und keine neuen Garantien generiert werden
  • Die Einreihungen und Lohnentwicklungen transparent erfolgen
  • Ausreichend finanzielle Mittel für Lohnentwicklungen zur Verfügung stehen.
     
Seitens SBB soll mit einem neuen System die Lohnfestlegung und -Entwicklung flexibler erfolgen und markt- sowie leistungsgerecht sein. Die Lohnentwicklung soll nicht mehr direkt von der Personalbeurteilung abhängen, sondern in Entwicklungs- und Lohngesprächen mit den Vorgesetzten diskutiert werden. Vorgesetzte erhalten mehr Spielraum und Verantwortung, ein automatischer Lohnanstieg entfällt.

Personalrelevante Sparmassnahmen kontraproduktiv

Seitens SBB hat uns der CFO, Christoph Hammer, aufgezeigt, wie es um die Finanzen der SBB steht und welche Entwicklungen erwartet werden. Bekanntlich will die SBB daher für 2021 die Lohnmassnahmen vollständig streichen und zwei Ferientage kürzen. In der vorgestellten Finanzplanung waren die personalrelevanten Sparmassnahmen bereits berücksichtigt. transfair hat klar zum Ausdruck gebracht, dass kein Mandat von seinen Mitgliedern eingeholt werden kann, um über solche krassen Forderungen zu verhandeln. In Erinnerung zu rufen ist, dass transfair bis jetzt den guten Jahresabschluss 2019 nicht zum Anlass genommen hat, bei der SBB Forderungen einzureichen und zuerst den Verlauf der Covid-Phase abwartet. Diese solidarische Haltung muss von allen Sozialpartnern gelebt werden. Darüber hinaus ist die Lohnrunde für 2021 bereits im Rahmen der letzten GAV-Verhandlungen vereinbart worden. Eine Nichtgewährung wäre für die Mitarbeitenden, die während des Lockdowns ihr Bestes gegeben haben und in der aktuellen angespannten Ressourcensituation weiter am Karren ziehen, ein Schlag ins Gesicht. Die Sozialpartner haben abgemacht, dass zum Thema Sparen gegen Ende Jahr noch einmal reflektiert wird.

Persönliches Netzwerk aktivieren – Mitglieder werben

transfair bittet seine Mitglieder, das eigene Netzwerk zu aktivieren. Dies bedeutet, eine Handvoll Personen aus dem persönlichen Umfeld zu kontaktieren, die potenzielle transfair-Mitglieder werden könnten. Es lohnt sich für alle, gerade in Anbetracht der bevorstehenden Verhandlungen, solidarisch für weiterhin gute Anstellungsbedingungen einzustehen.
Einsatzbereiche
SBB, SBB Cargo AG