Ständerat bremst SBB

Ständerat bremst SBB © transfair
13.09.2017

Nach dem Nationalrat unterstützt nun auch der Ständerat die Motion 17.3258 für ein Moratorium gegen den Serviceabbau bei den SBB-Drittverkaufsstellen. Die SBB erleidet damit einen herben politischen Dämpfer für ihre Abbaupläne.

Die Kommission des Ständerates hatte empfohlen, den Vorstoss abzulehnen, doch die Diskussion in der kleinen Kammer war kurz, das Resultat deutlich: Mit 28 zu 17 Stimmen wurde die Motion angenommen. transfair, der Personalverband für den Service Public, begrüsst diesen Entscheid ausdrücklich, wie Bruno Zeller, Branchenleiter Öffentlicher Verkehr betont: «Der Entscheid des Ständerates verpflichtet den grössten Anbieter im öffentlichen Verkehr dazu, die Schliessung von 52 Drittverkaufsstellen bis 2020 auszusetzen und nach ausgewogeneren Lösungen zu suchen. Dies ist ein Entscheid für den Service Public!»
 
Service Public im Verkehr für alle
Die Motion ist nun von beiden Kammern gutgeheissen worden, der Nationalrat hatte sie bereits am 13. Juni 2017 befürwortet.  transfair ist erfreut darüber, dass die Parlamentarier die Notwendigkeit eines breiten Service Public damit untermauern:
  • Die SBB muss weiterhin einen kundenfreundlichen Ticketverkauf mit persönlicher Beratung anbieten und unterstützen.
  • Die schleichende Diskriminierung von Bevölkerungsgruppen (ältere oder handicapierte Menschen) und Regionen (ländliche Gebiete) wird gestoppt und der Zugang zum öffentlichen Verkehr muss gewährleistet bleiben. 
Das Moratorium ermöglicht nun die überlegte Ausarbeitung von kundenfreundlichen Lösungen.
 
Mit der Annahme der Motion durch beide Räte wird der Bundesrat beauftragt, einen Entwurf für einen entsprechenden Erlass zu erarbeiten und der Bundesversammlung vorzulegen.
Einsatzbereiche
SBB