Sanierung von SBB Cargo

Sanierung von SBB Cargo © SBB CFF FFS
05.10.2018

SBB Cargo wird saniert. In den nächsten Jahren verschwinden rund 800 Stellen auf dem Weg zur modernsten Güterbahn Europas. Die angekündigte finanzielle Gesundung in möglichst kurzer Zeit hat Auswirkungen auf Prozesse und Strukturen. transfair setzt sich dafür ein, dass das Personal bei der Planung und der Umsetzung dieser Schritte miteinbezogen wird.

OneOperations
Die Cargo-Produktion als Herzstück von SBB Cargo wird per 1. Februar 2019 neu strukturiert und in fünf Prozesse mit den folgenden Verantwortlichkeiten aufgeteilt:
  • Design: Gestaltung des Transportangebotes in Zusammenarbeit mit dem Vertrieb,
  • Fabrik: standardisierte, regelmässige, planbare Verkehre mit starkem Volumen,
  • Werkstatt: flexible Verkehre mit wenig Vorlaufzeit,
  • Disposition: pünktliche Abwicklung der Verkehre,
  • Transport: Ressourcen des Lok- und Rangierpersonals. 
Mit OneOperations wurde ein Kernprojekt gestartet, das ein wesentlicher Schritt zu einer schlanken und effizienten Güterbahn sein soll. transfair kann nachvollziehen, dass einfache und klare Prozesse für Kunden, künftige Partner und Mitarbeitende wichtig sind. Ausschlaggebend ist, dass sich die Teamleitenden der Produktion künftig ganz auf ihre Führungstätigkeiten konzentrieren können.
 
Unsicherheit beim Personal? Es besteht Handlungsbedarf
Aufgrund von Rückmeldungen stellt transfair fest, dass eine zunehmende Verunsicherung beim Verwaltungs- und Betriebspersonal in der Fläche herrscht. Zwischen den Zielen des Umbaus von SBB Cargo und der aktuellen Situation im Tagesgeschäft gibt es zu grosse Diskrepanzen.
 
Mitarbeitende werden abgebaut, obwohl ihr Wissen nach wie vor gebraucht wird. Dieser vorzeitige Stellenabbau und die kurzfristige Denkweise führen zu enormem und unnötigem Wissensverlust. Die Einführung neuer Prozesse und Automatisierungsschritte benötigen Zeit und sichere Beherrschung. Bis dahin fehlen Mitarbeitende im Tagesgeschäft und es kommt zu Arbeitsverdichtung.
 
Auch beim Thema Sicherheit und bei den Einsatzmöglichkeiten gibt es Bereiche, die angegangen werden müssen: Die Ausbildungszeit zum Rangierspezialisten mit Fahrkompetenz «B 100» ist heute schon zu kurz. Es darf nicht sein, dass die Prüfung möglichst schnell und kostengünstig absolviert werden soll. Wesentliche Vorgänge wie rechtzeitiges Bremsen oder die Kontrolle des Fahrweges werden zu wenig geübt. Diese sicherheitsrelevanten Unregelmässigkeiten können zu Unfällen führen.
 
transfair fordert deshalb, dass die Berufsleute nach der Grundausbildung unbedingt eine Zeit lang mit ihrem Ausbildner die notwendigen Grundroutinen durchgehen sollten. Ein weiterer Brennpunkt ist, dass die Berufsbilder mit der Einführung von neuen Prozessen gerade in der Fläche weiter verschmelzen. Rangierspezialisten mit Fahrkompetenz müssen zusätzliche Aufgaben wie Zugaufgabe oder -annahme und Sichtkontrolle in kurzer Zeit dazulernen. Dass nur noch eine Person den Rangierbetreib sicherstellen soll, bereitet transfair ebenfalls Sorgen. Die Sicherheit des Personals und des Umfeldes ist gefährdet.
 
Gesundung nur mithilfe des Personals möglich
Der Weg zur modernen Güterbahn führt über Mitarbeitende, denen für die Veränderungen die nötige Zeit und die volle Unterstützung beim Lernen und Anwenden von Neuem zukommt. transfair setzt sich dafür ein, dass das Personal vonseiten SBB Cargo entsprechend unterstützt wird.
Einsatzbereiche
SBB Cargo AG