Optimierungen bei SBB und BLS

Optimierungen bei SBB und BLS © BLS
07.01.2019

Die beiden Bahnen, die rote SBB und die grüne BLS, legen ihr Augenmerk noch stärker auf ihre Kundinnen und Kunden. Diese Stossrichtung begrüsst transfair grundsätzlich. Die Projekte «Weiterentwicklung Personenverkehr» der SBB und «Best Way» der BLS werden aber auch unterschiedliche Auswirkungen auf die Mitarbeitenden haben.

SBB zentralisiert rund 400 Arbeitsplätze
Mit der neu zusammengeführten operativen Einheit «Bahnproduktion» von Operations will die SBB ab 1. April 2019 ihr wichtigstes Kundenversprechen, ein «sicher, pünktlich und sauber verkehrender Zug», einlösen. Besonders durch die Konzentration der Bereiche Planung, Steuerung und Lenkung fallen Schnittstellen weg. Die Lenkungsaufgaben werden zudem an den vier Standorten der Betriebszentralen (Olten, Lausanne, Flughafen Zürich und Pollegio) zentralisiert.
 
transfair hat im Rahmen des Konsultationsverfahrens zu den geplanten Arbeitsortwechseln Stellung genommen und von der SBB verlangt, dass für Mitarbeitende, die von einem Arbeitsortwechsel betroffen sein werden, gute Rahmenbedingungen an den Zielarbeitsorten geschaffen werden.
 
Wegen Arbeitsortwechseln verlieren sehr viele Mitarbeitende künftig die Regionalzulagen, müssen sich auf neue Arbeitswege einstellen und ihre private Situation anpassen. Um unerwünschte Personalabgänge bei diesen wichtigen Funktionen abzufedern, hat transfair eine zusätzliche Mobilitätspauschale gefordert.
 
Die SBB kann sich nicht leisten, dass diese Übung schiefgeht, zu wichtig sind diese Funktionen für die Bahnproduktion. Für transfair steht das Personal an erster Stelle. Der Personalverband betont, dass es zu keinen Kündigungen kommen darf.
 
BLS streicht mit «Best Way» rund 200 Stellen
Dass die BLS ihre Kundenorientierung ebenfalls in allen Geschäftsbereichen stärken will, begrüsst transfair. Im Rahmen ihrer neuen Strategie zur Kundenorientierung, Effizienz+Fitness, Marktgestaltung und Kooperationsfähigkeit, steht auch die Lokalisierung von nachhaltigem Effizienz- und Sparpotenzial in der Höhe von jährlich 50 bis 60 Millionen Franken im Zentrum. Ein Betrag, der insbesondere den Bestellern zugutekommen soll. Einsparungen sind also Voraussetzung, damit die BLS den Mobilitätsmarkt zunehmend aktiver mitgestalten und schlussendlich weiterwachsen kann (z.B. Fernverkehr). Besonders der Bereich Personenmobilität, die Infrastruktur (BLS Netz AG) sowie die Querschnittsfunktionen werden bezüglich Prozessen und Strukturen einmal mehr überprüft.
 
transfair verlangt von der BLS rasch weitere Klärungen zum geplanten Stellenabbau, der auch im Kontext des «neuen» Wettbewerbsumfelds gesehen werden kann. Vor den Verhandlungen über einen Sozialplan muss klar sein, wo und wann Stellen abgebaut werden. Gemäss GAV setzt sich die BLS für die Weiterbeschäftigung der von Rationalisierungen, Strukturänderungen und betriebsorganisatorischen Massnahmen betroffenen Mitarbeitenden ein. Daran wird transfair die BLS messen.
Einsatzbereiche
BLS, SBB