Multimodale Mobilität: transfair engagiert sich für das Personal des öffentlichen Verkehrs

Multimodale Mobilität: transfair engagiert sich für das Personal des öffentlichen Verkehrs © zozzzzo/fotolia
29.03.2019

Der Bund fördert multimodale Mobilitätsangebote im Transportbereich. Was bedeutet das? Mit der heutigen Digitalisierung können verschiedene Mobilitätsangebote miteinander verbunden werden (z.B. Taxi, öffentlicher Verkehr, Auto, Velo). Externe Mobilitätsvermittler (Dritte) im öffentlichen Verkehr (öV) könnten Zugang zum Verkauf von öV-Tickets erhalten. transfair hat die Gesetzesvorlage (Änderung des Personenbeförderungsgesetzes) im Vernehmlassungsverfahren des Departements für Verkehr und Kommunikation (UVEK) geprüft. Diese Marktöffnung für Dritte im Bereich Ticketverkauf könnte sich negativ auf das Personal im öV auswirken. transfair hat in einem Schreiben an das UVEK klare Forderungen gestellt.

Erstens müssen bestehende öV-Unternehmen und Dritte in Bezug auf den Zugang zu Daten (z.B. geographische Informationen, Informationen zu Betrieb und Preisen) und zum Vertrieb gleich behandelt werden, damit auch die aktuellen öV-Unternehmen neue Leistungen globaler Mobilität anbieten können. Der Bundesrat will nur bestehende öV-Unternehmen gesetzlich dazu zwingen, ihre Vertriebssysteme zu öffnen, nicht aber die zukünftigen Systeme Dritter. transfair hat nachdrücklich darauf hingewiesen, dass es unbedingt faire Bedingungen für den Zugang zu Daten und zum Leistungsangebot multimodaler Mobilität für bestehende öV-Unternehmen und Dritte braucht. So können Marktverzerrungen vermieden werden, die negative Auswirkungen auf das Personal der aktuellen öV-Unternehmen hätten.
 
transfair hat sich gleichermassen gegen die obligatorische Öffnung der NOVA-Plattform ausgesprochen, die im Projekt vorgesehen ist (sie vereint alle Kernelemente zum Verkauf von öV-Leistungen wie Netz- und Fahrplandaten oder die Kundendatenbank). Mit der Öffnung der Plattform wären Dritte den öV-Unternehmen gegenüber im Vorteil. Letztere würden nach und nach den Kontakt zu den bestehenden Kunden verlieren. transfair hat das UVEK vor den möglichen negativen Folgen für die Entwicklung der Mobilitätsangebote in der Branche sowie für das Personal in den Bereichen Vertrieb und Verkauf gewarnt.
 
Der Gesetzesentwurf sieht ausserdem vor, dass Dritte die Preise der Mobilitätsangebote frei gestalten könnten. transfair ist strikt dagegen, denn dies stellt eine weitere Bedrohung für die bestehenden Verkaufsstellen dar, die unter diesem „Quasi-Wettbewerb“ leiden würden. Der Personalverband hat daran erinnert, dass Abgeltungen von Bund und Kantonen sinken und der Druck auf die Anstellungsbedingungen des Personals in den öV-Unternehmen steigen könnten. transfair spricht sich zudem gegen Qualitätsabbau im Kundendienst aus.
 
Weiters hat der Personalverband zu verschiedenen anderen Punkten Stellung genommen und mit Bedauern festgestellt, dass die Risiken eines solchen Projekts für das Personal der aktuellen öV-Unternehmen im Bericht nicht erwähnt werden. transfair ist nicht kategorisch gegen die Entwicklung und Verbindung multimodaler Angebote, aber die Auswirkungen und Risiken für das Personal müssen aufgezeigt und minimiert werden. Öffnungen von öV-Plattformen dürfen nicht zu Lasten der Angestellten und der Qualität im Kundenservice erfolgen. Der Zugang darf Dritten nicht generell ermöglicht werden, sondern muss die öV-Branche und ihr Personal stärken und nicht schwächen. transfair setzt sich für starke öV-Unternehmen ein.

Stellungnahme zur Vernehmlassung zur multimodalen Mobilität