Kundenbegleitung SBB: transfair stellt Forderungen

Kundenbegleitung SBB: transfair stellt Forderungen © SBB CFF FFS
28.02.2020

Die Erfolgsgeschichte der steigenden Personenkilometer im öffentlichen Verkehr hat auch seine Schattenseiten – vor allem für die Kundenbegleiterinnen und Kundenbegleiter. Denn sie müssen jonglieren zwischen den Interessen der SBB und den eigenen Interessen nach umfassender Sicherheit – im Beruf und privat. transfair fordert die SBB auf, Massnahmen zu treffen, die das Personal besser schützen!

Die Forderungen von transfair und seinen Mitgliedern sind klar: Es braucht einerseits deutlich mehr Kundenbegleiterinnen und Kundenbegleiter. Trotz flexibleren Einsätzen mit dem neuen Berufsbild «Kundenbegleitung 2020» müssen beispielsweise alle Züge in Doppelkomposition immer mindestens von zwei Personen begleitet werden. Dies ist leider oft nicht erfüllt und fördert Stresssituationen anstatt Teamgeist; besonders bei vollen Zügen, im Störungs- oder Evakuationsfall.

Andererseits sieht transfair Handlungsbedarf beim Persönlichkeits- und Datenschutz. Die Kundenbegleitenden sind dauernd exponiert. Das obligatorische Namensschild macht sie für alle identifizierbar. Dies kann negative Auswirkungen haben; auch im Privatleben. Der Personalverband hat in seiner Petition die SBB dazu aufgefordert, auf das Tragen des Namensschildes optional zu verzichten.

Doch die SBB hält an der Tragpflicht unverändert fest. Nur bei einem nachgewiesenen Übergriff auf einen Mitarbeitenden gewährt die SBB ein Namensschild mit einem Pseudonamen. Für transfair ist unverständlich, dass hier abgewartet wird, bis etwas passiert. Bei Prävention und Schutz seiner eigenen Mitarbeitenden erwartet transfair mehr und fordert deshalb von der SBB:
  • Doppelkompositionen und mehrteilige Züge im Fernverkehr müssen in der ganzen Schweiz immer von mindestens zwei Kundenbegleitenden begleitet werden.
  • Präventiven Handlungsspielraum an das Personal geben beim Tragen des persönlichen Namensschildes (Tragvorschriften lockern, Wahlmöglichkeiten zulassen).
  • Kundenbegleitende regelmässig auf den hinlänglich bekannten «schwierigen» Zügen durch die Transportpolizei unterstützen.
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SBB