Klarheit für das Personal der SOB

Klarheit für das Personal der SOB © SOB
09.12.2020

transfair freut sich, gleich zwei gute Neuigkeiten verkünden zu können. Das im März 2020 eröffnete Schiedsgerichtverfahren, das wegen nicht korrekter Anwendung der Lohnbandfaktoren eingeleitet wurde, ist abgeschlossen. transfair informiert, welche Lösungen gefunden werden konnten. Zudem präsentiert transfair die Lohnresultate für das Jahr 2021.

Keine Anstiege im Lohnsystem - trotzdem profitieren alle!

Die Corona-Krise hat auch bei SOB Spuren hinterlassen: Das Unternehmen schreibt Verluste, muss Ertragsausfälle im Regionalen Personenverkehr hinnehmen und hat gezwungener Massen Sparmassnahmen eingeleitet. Auch wenn die Situation angespannt bleibt, so ist die öV-Branche doch in der glücklichen Lage, dass das Parlament finanzielle Unterstützung beschlossen hat.

Aufgrund der angespannten Ausgangslage war klar: für 2021 ist eine Entwicklung der Löhne der Mitarbeitenden gemäss Lohnsystem der SOB nicht möglich. Doch ein Zeichen der Wertschätzung haben sich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verdient. Die Sozialpartner haben sich für 2021 auf folgende Massnahmen geeinigt:
  • Der Lohnbenchmark hat gezeigt, dass rund 13 Funktionen und somit über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ein höheres Lohnband kommen werden (siehe SOBzusammenzug vom 26. November 2020). Diese Neueinstufungen werden durchgeführt und bieten bessere Lohnperspektiven.
  • Die vereinbarten, individuellen, noch ausstehenden Lohanpassungen werden ebenfalls realisiert.
  • Die Pensionskasse muss ihre Zinssätze senken, weshalb der Umwandlungssatz ebenfalls sinkt. Damit das kein Loch in die Sparguthaben reisst, hat die SOB hat flankierenden Massnahmen beschlossen (siehe SOBsonderzug Nr. 07 vom 10. November 2020 und Videobotschaft von Manuela Hutter). Die nötigen Mittel stellt die SOB selbst zur Verfügung. Mit dieser Einlage der SOB erhöhen sich die Sparguthaben von jeder und jeder und gleichzeitig auch die Sparbeiträge, was den Rentenerhalt in der Zukunft sichert.
 
Anpassungen des GAV und dessen Anhänge
Aufgrund der Corona-Krise und der damit verbundenen hohen zeitlichen Belastung aller Beteiligten wurden im Jahr 2020 keine Verhandlungen zu Anpassungen des GAV der SOB geführt. 2021 werden die Diskussionen hierzu wieder aufgenommen.

Zufriedenstellendes Gesamtpaket
Angesichts der Umstände ist transfair mit den Lohnresultaten für 2021 zufrieden. Vor allem, weil ein klares Bekenntnis der SOB vorhanden ist, dass in den nächsten Jahren wieder die notwendigen Mittel für die individuellen Lohnentwicklungen im Lohnsystem zur Verfügung gestellt werden müssen. Dies aber immer auch mit einem Blick auf die wirtschaftliche Lage der SOB.

Für transfair ist es aber auch klar, dass mit diesem Verzicht auf eine Lohnentwicklung die Aufteilung bei den Abzügen für die Pensionskassen (60 Prozent Arbeitgeber, 40 Prozent Arbeitnehmende) nun fixiert ist, und nicht immer wieder bei zukünftigen Lohnverhandlungen eingebracht wird.

Streit um die Lohnbandfaktoren – was lange währt wird endlich gut

2018 haben die Diskussionen, dass die SOB den Lohnbandfaktor für Mitarbeitende aus den Bereichen Kundenbegleiter (KB) und Lokpersonal (LP) nicht korrekt angewendet hat, begonnen. Im Anhang des GAV ist geregelt, wie es mit der Entwicklung des Stufenlohnbandes aussieht. Weil als Basis dieser Entwicklung zwei Lohnbänder gelten (eines für die ersten Jahre nach der absolvierten Ausbildung und eines, das nach fünf Jahren Berufserfahrung gilt), wurden sich über den garantierten Aufstieg während 20 Jahren nicht einig.

Nach intensiven, leider nicht zielführenden Diskussionen, haben transfair und die weiteren Sozialpartner im März 2020 ein Schiedsgerichtsverfahren eröffnet. Dieses Verfahren konnte nun abgeschlossen und gemeinsam eine Lösung für die betroffenen Mitarbeitenden gefunden werden.
  • Mitarbeitende aus den Bereichen KB und LP werden nach ihrer Ausbildung in das tiefere Lohnband eingestuft. Es gilt der Faktor des entsprechenden Stufenlohnbandes für die Lohnentwicklung.
  • Nach fünf Jahren sowie erfolgreicher Absolvierung der ersten Prüfung bzw. nach fünf Jahren Berufserfahrung erfolgt der Wechsel ins höhere Lohnband. In diesem höheren Lohnband wird den Mitarbeitenden ein Aufstieg in 15 statt in 20 Jahren garantiert. Der Faktor für die Lohnentwicklung wird entsprechend angepasst.
  • Mitarbeitende, die bereits über fünf oder mehr Jahre Berufserfahrung verfügen, steigen direkt ins höhere Lohnband ein. Für sie gilt der Faktor des entsprechenden Stufenlohnbandes für die Lohnentwicklung.
Diese Änderungen treten ab 1. Januar 2021 in Kraft.

transfair ist froh, dass dieser Stein nach langwierigen Diskussionen nicht mehr Weg steht und hofft, dass dadurch auch wieder ein sozialpartnerschaftlicher Austausch mit der obersten Leitung möglich ist, der seinen Namen verdient.
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