Keine Umsetzung der Selbstabfahrt im Fernverkehr

Keine Umsetzung der Selbstabfahrt im Fernverkehr © SBB CFF FFS
14.10.2020

Die SBB hat gestern die Sozialpartner über den Abschluss ihres Pilotbetriebes auf der Linie IR 13 informiert. Auf die Einführung der Selbstabfahrt durch das Lokpersonal auf dieser Fernverkehrslinie wird verzichtet, was transfair sehr begrüsst.

Um die Anschlussgewährung in Sargans in Zukunft besser sicherstellen zu können und mehr Fahrplanstabilität zu erreichen, hat die SBB auf Geheiss der Division Infrastruktur zwischen Zürich – St. Gallen - Chur die Abfahrt der Fernverkehrszüge rein durch das Lokpersonal in einem Piloten getestet. Das Resultat kurz und knapp: Ohne Abfertigungsprozess der Züge durch die Kundenbegleitenden ist die Haltezeit in den Bahnhöfen wohl etwas kürzer. Die Zeitersparnis bringt aber auf dieser Strecke nichts, weil diese durch andere Parameter wie Einspurstrecken und Kreuzungssituationen wieder verloren geht.

Sicherheit geht vor Zeitersparnis!

Die Infrastruktur sucht naturgemäss Fahrplanreserven und kürzere Haltezeiten. Diese Zielsetzung der Infrastruktur darf nicht zu Lasten der Betriebsprozesse bei Personenverkehr gehen, in dem man im Fernverkehr auf den zentralen und sicherheitsrelevanten Abfertigungsprozess durch das Kundenbegleitpersonal verzichtet. In einigen Bahnhöfen sind die langen Fernverkehrszüge besonders in Kurvenlagen durch das Lokpersonal nicht übersehbar. transfair stellt sich klar gegen solche Vorhaben, die der Sicherheit abträglich sind. Die SBB hat aktuell keine weiteren Prüfungen der Selbstabfahrt im Fernverkehr in Planung. Es wird aber nicht ausgeschlossen, künftig weitere Strecken zu prüfen.