Grünes Licht für den weiterentwickelten FAV RhB

Grünes Licht für den weiterentwickelten FAV RhB ©RhB, Andrea Badrutt
17.12.2018

Im Frühling 2018 hat transfair damit begonnen, mit seinen Mitgliedern über die Weiterentwicklung des Firmenarbeitsvertrags (FAV) Rhätische Bahn (RhB) zu diskutieren. Anhand der Rückmeldungen seiner Mitglieder hat transfair festgehalten, in welchen Punkten der FAV primär optimiert werden sollte. Damit aus den zum Teil unterschiedlichen Erwartungen ein Gesamtpaket gebildet werden konnte, trafen sich die Sozialpartner ab Ende Sommer 2018 regelmässig. transfair freut sich über das nun vorliegende Resultat. Ein ausgewogener FAV mit erheblichen Verbesserungen im Bereich der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

In Arbeitsgruppen haben die Sozialpartner seit Sommer 2018 gemeinsam an Lösungen gearbeitet. Die ergebnisoffenen, harten und trotzdem fairen und lösungsorientierten Verhandlungen mündeten Ende November 2018 in einem Verhandlungsergebnis. Die erzielten Resultate sind aus Sicht von transfair ausgewogen. Die Sozialpartner transfair, SEV und die Rhätische Bahn haben nun diesem Verhandlungspaket zugestimmt.

Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie / Privatleben
Im Vorwort zum neuen FAV bekennt sich die RhB dazu, der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben Rechnung zu tragen. Obwohl die von transfair geforderte Erhöhung des Vaterschaftsurlaubs nicht realisiert werden konnte, stehen die Vorzeichen gut, dass die Mitarbeitenden künftig bessere Möglichkeiten haben, Beruf und Privatleben zu vereinbaren. So wird die Förderung von Teilzeitarbeit künftig im FAV verankert. Ab 60 Jahren besteht ein Rechtsanspruch auf eine Reduktion des Beschäftigungsgrades auf 80 Prozent und die Mitarbeitenden können mit der Arbeitgeberin 5 oder 10 zusätzliche arbeitsfreie Tage vereinbaren, wenn sie bereit sind, eine Lohnreduktion von 2 Prozent je zusätzliche 5 Tage hinzunehmen.
 
Reduktion der Jahresarbeitszeit
Der durch die Anpassungen des Arbeitszeitgesetzes resultierende Wegfall von Zeitzuschlägen konnte durch eine Reduktion der Jahresarbeitszeit um 31 h auf 2075 h und durch Erhöhung der Nebenarbeitszeiten vollumfänglich kompensiert werden. Durch zusätzliche Bestimmungen wurden Voraussetzungen für möglichst kompakte Dienste geschaffen, was wiederum die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben unterstützt.
 
Sicherheit
Die RhB bekräftigt im Vorwort des FAV, dass Mitarbeitende bei einem Offizialdelikt entsprechend begleitet werden. Damit hat die RhB die Branchenresolution 2017 von transfair «sicher unterwegs» berücksichtigt und die Anliegen des Personalverbands ernst genommen.

Beschleunigte Lohnentwicklung
Um einen schnelleren Lohnaufstieg zu ermöglichen, werden bereits ab 2019 für die unteren Lohnbänder mehr Lohnentwicklungseinheiten zur Verfügung gestellt. So wird die Lohnmodellkarriere beschleunigt. Zusätzlich wurde bereits jetzt für die Jahre 2020 und 2021 festgelegt, dass die individuellen Lohnentwicklungseinheiten gemäss FAV gewährt werden, womit die Minimal- und Maximallöhne bis April 2022 unverändert bleiben. Auch von der neuen flexibleren Treueprämienregelung profitieren sämtliche Mitarbeitende.

So geht es weiter
Die Ausformulierungen zum neuen FAV und den bereichsspezifischen Arbeitszeitregelungen (BAR) werden in den nächsten Monaten finalisiert. Am 1. April 2019 tritt der FAV mit einer Laufzeit von vier Jahren in Kraft. Die Reduktion der Arbeitszeit, die Änderungen der Pausenzuschläge und die bereichsspezifischen Arbeitszeitregelungen (BAR) treten per Fahrplanwechsel am 8. Dezember 2019  respektive am 1. Januar 2020 in Kraft.
 
Herzlichen Dank!
Allen transfair Mitgliedern, die sich für die Weiterentwicklung des FAV RhB eingesetzt haben spricht der Personalverband transfair seinen verbundenen Dank aus. Ein besonderes Dankeschön geht an jene Mitglieder der Verhandlungsdelegation, die zu diesem Resultat beigetragen haben.
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