Eisenbahn-Fernverkehr: Künstlicher Wettbewerb zu Lasten des Bahnpersonals?

Eisenbahn-Fernverkehr: Künstlicher Wettbewerb zu Lasten des Bahnpersonals? © BLS
08.09.2017

Die BLS beantragt eigene Fernverkehrskonzessionen, setzt auf Wettbewerb und damit ein gut funktionierendes System aufs Spiel. Den allfälligen Folgen für das Personal der involvierten Bahnen wird noch kaum Beachtung geschenkt.

Mit der Eingabe eigener Fernverkehrskonzessionen beim Bundesamt für Verkehr (BAV), hat sich die BLS vorerst gegen eine Kooperation mit der SBB im Fernverkehrsdossier entschieden. Aus Sicht von transfair besteht die Gefahr, dass hier ein künstlicher Wettbewerb geschaffen wird, der den einen Bahneignern und Bestellern möglicherweise nützt, für die anderen aber unabsehbare Nachteile bedeutet. In der Gesamtbetrachtung des Bahnsystems ist wohl, dies falls das BAV die Fernverkehrskonzession effektiv aufbricht, mit grossen Reibungsverlusten, jahrelangen Rechtsstreitereien und einer Zunahme der Systemkosten zu rechnen. Der Rosinenpickerei wird Tür und Tor geöffnet, die Ausgewogenheit zwischen rentablen und unrentablen Linien aufs Spiel gesetzt. Für Fahrgäste ist zumindest preislich keine Veränderung ersichtlich, qualitativ liegen nur Verbesserungen drin, wenn diese auch in den Anforderungskriterien im Konzessionierungsverfahren verlangt werden.

Für transfair stehen die Mitarbeitenden im Mittelpunkt
transfair fordert von allen Akteuren, keinen künstlichen Wettbewerb zu Lasten der Arbeitsplatzsicherheit zu provozieren und gibt die Risiken und Unsicherheiten für  allfällig von künftigen Übergängen betroffenem Personal zu bedenken. Branchenleiter Bruno Zeller: «Wir werden nicht akzeptieren, dass die Fernverkehrskonzessionierung dem Personal schadet!». Da heute keine klaren Antworten zum Umgang mit dem Personal bei Linienverlusten oder Liniengewinnen im Fernverkehr bestehen, müssen auch die Sozialpartner rechtzeitig einbezogen werden.

Nun ist das BAV ist gefordert
transfair stört sich daran, dass  in der neu geschaffenen BAV-Wegleitung zum Konzessionierungsverfahren beispielsweise die Forderung nach einer Zugbegleitung im sogenannten Basisnetz fehlt; dies geht direkt zu Lasten von Arbeitsstellen, indirekt zu Lasten der Sicherheit und Kundenbetreuung. transfair verlangt vom BAV eine klare Bekenntnis zur Qualität, Sicherheit, Kundenbegleitung und -Betreuung und fordert, keinen Service- und Leistungsabbau zuzulassen oder gar einen Personalabbau in Kauf zu nehmen. Nur durch langfristige Konzessionierungen entstehen für die Bahnen Investitonssicherheit und für das Bahnpersonal sichere Arbeitsplätze.
Einsatzbereiche
BLS, SBB