Branchenkongress: Sinn und Unsinn von Auslagerungen

Branchenkongress: Sinn und Unsinn von Auslagerungen ©transfair | v.l.n.r. Thomas Ammann (Vizepräsident transfair & Nationalrat), Christian Hurni (Leiter Kompetenzcenter HR BLS), Bruno Zeller (Branchenleiter ÖVK transfair), Désirée Baer (CEO Securitrans), Jean-Michel Germanier (Leiter Infrastruktur Instandhaltung SBB), Myriam Holzner (Moderatorin) und Simone Bernasconi (Direktor centro competenza).
22.11.2018

Am 15. November 2018 hat sich die Branche Öffentlicher Verkehr zum jährlichen Kongress im Kino Rex in Thun getroffen. Die rund 60 Anwesenden haben unter anderem die spannende Podiumsdiskussion zum Thema «Sinn oder Unsinn von Auslagerungen» verfolgt und anschliessend eine Resolution zu selbigem Thema verabschiedet.

Nach der Begrüssung durch Branchenpräsident Werner Rüegg und Branchenleiter Bruno Zeller war es an Vizepräsident Thomas Ammann, sein Wort ans Publikum zu richten. Er wusste Spannendes aus der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen zu berichten und zeigte auf, wie eng das Politikpräsidium von transfair und der Personalverband zusammenarbeiten.

Auch Bruno Zeller gab einige eindrückliche Einblicke in einen bunten Blumenstrauss an Themen, die die Branche aktuell beschäftigen. Besonders hervorgehoben hat er die abgeschlossenen GAV-Verhandlungen mit SBB und SBB Cargo. Für dieses ausserordentliche Resultat erhielt er dann zugleich einen grossen Applaus aller Anwesenden. Weitere Themen sind OBI und der Ausbauschritt 2035 oder die Wettbewerbssituation im Mobilitätsmarkt.

Bevor die Gäste, FCG-Vida aus Österreich und syprolux aus Luxemburg, berichteten, welche Herausforderungen auf sie zukommen, wurde der Branchenvorstand komplettiert. Antonino Celi von den Officine Bellinzona wird als Vertreter der italienischsprachigen Schweiz einstimmig gewählt. Er ist seit 2009 Mitglied von transfair und arbeitet als Instandhaltungsspezialist bei der SBB.

Mobilität der Zukunft
Passend zur Diskussion über die Auslagerungstendenz ist auch die Thematik der Mobilität der Zukunft und die der letzten Meile. Simone Bernasconi nahm die Anwesenden mit auf eine Reise, in der es um die verschiedenen Möglichkeiten der Fortbewegung ging. Der Direktor des Kompetenzzentrums für eine nachhaltige Mobilität und Eisenbahn hat eindrücklich aufgezeigt, wie die neuen Technologien und die Digitalisierung unser Fortbewegungsverhalten beeinflussen können und welche Optionen dies in Zukunft ermöglichen wird. Er betont ausdrücklich, dass neue Technologien als Chancen wahrgenommen werden sollten.
 
Sinn und Unsinn von Auslagerungen
Moderiert von Myriam Holzner tauschten sich Simone Bernasconi (Direktor centro competenza), Jean-Michel Germanier (Leiter Infrastruktur Instandhaltung SBB), Désirée Baer (CEO Securitrans), Christian Hurni (Leiter Kompetenzcenter HR BLS), Thomas Ammann (Vizepräsident transfair und Nationalrat) sowie Bruno Zelle (Branchenleiter Öffentlicher Verkehr transfair) angeregt über die Vor- und Nachteile von Outsourcing aus. Teil der Diskussion waren auch die Aspekte, die es bei Auslagerungen zu berücksichtigen gilt, wie beispielsweise den Umgang mit möglichem Wissensverlust, den Unsicherheiten beim Personal oder den Risikofaktoren bezüglich Kulturunterschieden und Schnittstellenmanagement.
 
Einige dieser Gesprächspunkte haben denn auch ihren Weg in die Resolution «Für starke öffentliche Transportunternehmen – klare Regeln bei Auslagerungen» gefunden. Dort ist festgehalten, dass transfair grundsätzlich gegen jedes Outsourcing, das einen Stellenverlust mit sich bringt, ist. Der Personalverband fordert seine Sozialpartner dazu auf, Auslagerungen kritischer zu betrachten, die Bedürfnisse des Personals besser zu berücksichtigen und den Personalverband von Anfang an konsequent mit einzubeziehen