Boxenstopp: eine umfassende Auslegeordnung

Boxenstopp: eine umfassende Auslegeordnung © SBB CFF FFS
07.10.2021

Seit dem 1. Juni 2021 führt die SBB das Angebot «Boxenstopp» konzernweit ein. transfair hat mitgeholfen, das Angebot zur kurzen Standortbestimmung zu verfeinern, und spricht mit der Projektleiterin, Corinne Scheiwiller, über ihre Erfahrungen.

Corinne Scheiwiller; kurz und knapp erklärt – was ist der Boxenstopp?

Mit dem Boxenstopp unterstützt die SBB ihre Mitarbeitenden dabei, sich in der sich schnell verändernden (Arbeits-)Welt zurechtzufinden. Die Mitarbeitenden erhalten die Möglichkeit, eine Auslegeordnung der persönlichen und der beruflichen Situation vorzunehmen, Stärken und Handlungsfelder abzuleiten und konkrete Umsetzungsschritte zu erarbeiten, um die Zukunft eigenverantwortlich aktiv anzugehen. Somit leistet der Boxenstopp einen Beitrag zur präventiven Erhaltung der Arbeitsmarktfähigkeit und Gesundheit in allen Lebensphasen. Das Angebot ist freiwillig und vertraulich. 

Wie ist der Boxenstopp überhaupt entstanden?

Die ersten Ideen kamen Mitte 2017 auf. Es ist sinnvoll, sich alle paar Jahre mal aus dem Alltag auszuklinken und sich mit der aktuellen und der sich abzeichnenden zukünftigen Situation auseinanderzusetzen. Während den GAV-Verhandlungen 2018 wurde diese Idee weiter geschärft und gemeinsam mit den Sozialpartnern zum Angebot Boxenstopp verfeinert. 

Im Frühling 2019 startete das Angebot mit einer Pilotphase. Was ist Ihr erstes Fazit?

Der einjährige Pilot verlief mit rund 170 Boxenstopps sehr erfolgreich und wir erhielten viele positive Rückmeldungen. Rund 90 Prozent empfehlen den Boxenstopp weiter. Seit dem 1. Juni 2021 wird das neue Angebot nun schrittweise in die gesamte SBB eingeführt.

Wie erfolgt die Einführung in die gesamte SBB?

Die Einführung ist an die Treueprämie geknüpft: Ab dem 1. Juni 2021 bekommen alle Mitarbeitenden mit Erhalt ihrer nächsten Treueprämie im Folgemonat eine persönliche Berechtigung via E-Mail für den Boxenstopp. Diese Berechtigung verjährt nicht, das Angebot kann auch später genutzt werden. Ein Boxenstopp kann alle fünf Jahre wiederholt werden. Wichtig ist, dass sich die Mitarbeitenden freiwillig und selbst für einen Boxenstopp anmelden müssen. Alle weiteren Infos sind auf dem Intranet auffindbar.

transfair findet den Boxenstopp eine gute Sache. Und Sie, wo sehen Sie die Chancen darin?

Ich bin vom Nutzen des Boxenstopps überzeugt, da es ein präventives Angebot ist, das alle dabei unterstützt, ihr Leben aktiv zu gestalten. Es soll dazu anregen, zukünftige Herausforderungen bereits frühzeitig anzugehen, bevor Probleme daraus entstehen. Ausserdem finde ich den ganzheitlichen Charakter zielführend, da in der heutigen Zeit die berufliche Situation nicht isoliert vom privaten Umfeld betrachtet werden darf.

transfair begrüsst den Boxenstopp

Alle Sozialpartner haben geholfen, den Boxenstopp zu lancieren und das Angebot auszuarbeiten. Vonseiten transfair ist Fritz Bütikofer im Begleitteam mit dabei. Das Angebot ist aus seiner Sicht eine wichtige Sache. Es ermöglicht den Angestellten von SBB, sich bewusst mit ihrer beruflichen und privaten Zukunft auseinanderzusetzen, und hilft so dabei, Herausforderungen frühzeitig zu erkennen und sie aktiv anzugehen.
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