transfair führt intensive Gespräche mit der EZV

transfair führt intensive Gespräche mit der EZV © EZV
07.12.2021

Die Überführung der Mitarbeitenden in die neuen Funktionen oder die Leistungsprämien von 2020 – die Liste an wichtigen Themen ist lang. transfair diskutierte diese an zwei Sitzungen mit der Eidgenössischen Zollverwaltung. Auch die Arbeitsgruppen zu den Sozialplanverhandlungen haben ihre Arbeit wieder aufgenommen.

Gleich zweimal traf sich transfair in den letzten Wochen mit der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) zu Sozialpartnertreffen. Am 9. November und am 17. November standen folgende Themen im Zentrum.

Funktionsüberführung mit «Allegra»

Die Überführung der Mitarbeitenden in die neue Funktion beginnt ab Januar 2022. Das Projekt «Allegra» ist anspruchsvoll. Aus Kapazitätsgründen können nicht alle Mitarbeitenden gleichzeitig überführt werden. Die entsprechenden Aus- und Weiterbildungen laufen daher gestaffelt ab. Allegra wird planmässig Ende 2026 abgeschlossen sein.
 
Die EZV hat nochmals bestätigt, dass eine Bewaffnung nicht obligatorisch sein wird. Zudem sind – mit Ausnahme bei den Sicherheits- und Interventionstechnik (SIT)-Ausbildungen – keine Tests zu erfüllen. Für Zollassistentinnen und Zollassistenten sowie Revisorinnen und Revisoren wird es mit der Funktion «Sachbearbeitende Transportmittel» eine zusätzliche Ausbildungsoption geben.

Datenschutz, Arbeitsplatz & Schutzweste

transfair brachte weitere Anliegen seiner Mitglieder ein. So konnte die EZV Befürchtungen zur Überwachung von Mitarbeitenden über die Mobile Responder App ausserhalb der Arbeitszeit entkräften. Ortungen sind nur während laufenden Einsätzen möglich.
 
Weiter gestaltet die EZV mit der Abgabe von Notebooks die fixen Arbeitsplätze um. Diese bleiben grundsätzlich bestehen und verfügen weiterhin über Infrastruktur, wie zwei Bildschirme und eine Docking-Station. Arbeitsplätze, die bereits vorgängig nicht mehr benutzt wurden, können ganz aufgehoben werden. Die EZV sichert zu, dass diese bei Bedarf wieder eingerichtet werden.
 
Aus Sicht von transfair lassen zudem die 360-Grad-Einsatzregeln zur Schutzweste noch zu viel Interpretationsspielraum zu. So kommt es vor, dass die Schutzweste auch bei Einsätzen ohne Personenkontakt getragen werden muss. Die EZV sieht zwar keinen Bedarf für eine Anpassung der Einsatzregeln, greift aber punktuell vor Ort korrigierend ein.

Keine Transparenz bei den Leistungsprämien

Während dem Lockdown im Jahr 2020 hatte sich transfair für eine Covid-Prämie für Mitarbeitende eingesetzt. Die Sozialpartner verständigten sich darauf, dass eine eigentliche Corona-Prämie aufgrund fehlender Rechtsgrundlage nicht umsetzbar ist, die Belastung während der Corona-Pandemie aber ein zentrales Kriterium für die Verteilung der Leistungsprämien 2020 sein soll. Die Auszahlung der Leistungsprämien hat zwar stattgefunden, jedoch auf eine unzufriedenstellende Art: Mitglieder haben sich bei transfair gemeldet und sich über die intransparente Verteilweise beschwert. Der Personalverband hat die EZV mehrfach dazu aufgefordert, dass sie transparent aufzeigt, wie die Leistungsprämien nun effektiv ausbezahlt wurden. Die EZV sieht sich – ganz zum Bedauern von transfair - dazu allerdings nicht in der Lage.

Die Arbeiten gehen weiter

Die Verhandlungen zwischen den Sozialpartnern zu den künftigen Arbeitsbedingungen gehen mittlerweile weiter. Am 19. November 2021 hat eine Arbeitsgruppe zu den Spesen und Zulagen sowie zu den Pensionierungsregelungen ihre Arbeit aufgenommen. Ziel dieser Arbeitsgruppe ist es, die Spesen und Zulagen zu vereinheitlichen. Weitere Arbeitsgruppen zu den Arbeitsbestimmungen und dem Gesundheitsschutz beginnen 2022 mit der Erarbeitung.
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