Quo vadis Agroscope?

Quo vadis Agroscope? © Agroscope
01.10.2018

Einmal mehr sorgt die Kommunikation zu Agroscope für Verwirrung. Ist die Zentralisierung gestoppt? Oder doch nicht? Klarheit gibt es im Moment auch nach einem Sozialpartnertreffen zwischen den Verbänden und Agroscope wenig. Die Forschungsanstalt arbeitet aktuell an Varianten, wie der Bundesratsauftrag umgesetzt werden könnte.

Am 20. September verkündete die NZZ die frohe Botschaft, dass die Zentralisierung von Agroscope vom Tisch sei. Dies gemäss Aussage von Bundesrat Johann Schneider-Ammann. Es habe bei der Ankündigung der Reorganisation von Agroscope eine Kommunikationspanne gegeben. Nun; auch das Gespräch mit der NZZ könnte eine weitere solche Panne gewesen sein.

Anlässlich des Sozialpartnertreffens vom 26. September 2018 relativierte die Leiterin von Agroscope, Eva Reinhard, die Aussagen des abtretenden Magistraten. Die Zentralisierung sei mitnichten vom Tisch. Im Gegenteil scheint mehr den je unklar, was nun mit Agroscope passieren soll.

Varianten zur Zukunft
Gesetzt ist offenbar einzig der Standort Posieux. Momentan werden drei Variante über die künftige Ausgestaltung von Agroscope geprüft: Ein Campus in Posieux mit dezentralen Satelliten, ein Campus mit zwei Standorten (Hubs) sowie Satelliten oder mehrere Standorte mit Satelliten. Klar scheint zudem, dass die vom Bundesrat angestrebten Einsparungen von 40 Millionen Franken nicht einzig über Anpassungen bei den Standorten erzielt werden können. Offen ist wiederum, wie der Bundesrat damit umgehen wird.

Politik schaltet sich ein
Angesichts der Unklarheiten rund um Agroscope ist es wenig erstaunlich, dass sich auch die Politik der Sache angenommen hat. Am 25. September 2018 hat der Ständerat einer Motion zugestimmt, die Agroscope als eigenständige öffentlich-rechtliche Anstalt (analog etwa des ETH-Bereiches) aus dem Bundesamt für Landwirtschaft herauslösen will.

Nur einen Tag später hat der Nationalrat einer Motion zugestimmt, der eine Sistierung der Reorganisation verlangt. Beide Male gegen die Empfehlung des Bundesrates, der jeweils die Ablehnung der Motionen empfohlen hatte. Die bundesrätlichen Kommunikationspannen scheinen sich auch auf das Vertrauen des Parlamentes negativ ausgewirkt zu haben. Beiden Motionen muss noch der jeweils andere Rat zustimmen, damit sie angenommen sind.

Wie weiter?
In der Ratsdebatte hatte Bundesrat Johann Schneider-Ammann für die kommenden Wochen mehr Klarheit über die Projekte bei Agroscope versprochen. Um der steigenden Verunsicherung entgegenzuwirken ist eine transparente und baldige Kommunikation über die Absichten auf jeden Fall wichtig. Bleibt nur zu hoffen, dass es dabei nicht zur nächsten kommunikativen Panne kommt. transfair bleibt auf alle Fälle dran und wird die Entwicklung weiterhin begleiten.
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