Pensionierungsregelung besondere Personalkategorien – transfair nimmt Stellung

Pensionierungsregelung besondere Personalkategorien – transfair nimmt Stellung © tunedin/fotolia
22.10.2018

Am 19. Oktober 2018 haben transfair und die weiteren Personalverbände des Bundespersonals im Rahmen der Ämterkonsultation zur Revision der Pensionierungsregelungen der besonderen Personalkategorien (VPABP) Stellung genommen. Die Personalverbände haben eng zusammengearbeitet und erneut auf die herausfordernden Arbeitsbedingungen dieser Personalkategorien verwiesen.

Am 28. Juni 2017 hat der Bundesrat bekannt gegeben, dass er das Pensionierungsalter der besonderen Personalkategorien auf 64 Jahre für Frauen und auf 65 Jahre für Männer anheben will. Besondere Personalkategorien gemäss VPABP sind: Grenzwachtkorps, Berufsmilitär und versetzungspflichtige Angestellte des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten. Nach Bekanntgabe dieser Entscheidung haben sich transfair und die weiteren Personalverbände des Bundes wiederholt gegen diese Massnahme ausgesprochen, indem sie Resolutionen verabschiedet oder Schreiben an den Bundesrat gerichtet haben. Da die Revision für das betroffene Personal ein überaus sensibles Thema ist, haben sich die Verbände für faire und umfassende Übergangsbestimmungen stark gemacht.
 
Am 19. Oktober 2018 haben transfair und die weiteren Personalverbände gemeinsam zur Vorlage Stellung genommen. Diese Stellungnahme wird in das Diskussionspapier einfliessen, auf dessen Basis der Bundesrates abschliessend entscheiden wird.
 
Zwei mögliche Varianten
Im Aussprachepapier sind zwei Varianten vorgeschlagen. Bei der ersten ist vorgesehen, dass das Personal unter den gleichen Bedingungen wie heute in die Pension gehen kann. Die neuen Mitarbeitenden werden der neuen Regelung unterstehen. Gemäss der zweiten Variante wir das Personal, das über 45 Jahre alt ist oder minimal 18 Dienstjahre hat, unter den selben Bedingungen wie heute in den Ruhestand gehen. Für die anderen Mitarbeitenden gilt das neue Reglement. Aufgrund der herausfordernden Arbeitsbedingungen werden in beiden Varianten Möglichkeiten für eine vorzeitige Pensionierung vorgesehen.
 
transfair besteht auf einem verdienten Ausgleich
Die Personalverbände sind bereit, sich in Bezug auf die Vorschläge flexibel zu zeigen und können die Implementierung beider Varianten akzeptieren. Sie halten halten jedoch an ihren Forderungen fest, dass die harten Arbeitsbedingungen der betroffenen Personalkategorien durch zusätzliche Beiträge in die berufliche Vorsorge ausgeglichen werden müssen.

In ihrer Stellungnahme haben transfair und die weiteren Personalverbände erneut die herausfordernden Arbeitsbedingungen (Überstunden, Nachtarbeit, Risiken, körperliche und psychische Belastung) des Grenzwachtkorps und des Berufsmilitärs hervorgehoben. Es wurde ebenfalls erwähnt, wie anspruchsvoll ein Einsatz ab einem gewissen Alter ist. Auch gilt zu bedenken, dass es sich hier um Monopollaufbahnen handelt. transfair und die anderen Personalverbände fordern nachdrücklich gerechte und umfassende Übergangsbestimmungen und werden diesbezüglich keine Verschlechterung akzeptieren.
 
Lobbyarbeit und Entscheidung
Um eine grösstmögliche Wirkung zu erzielen, richten sich transfair und die weiteren Personalverbände in einem gemeinsamen Schreiben an den Gesamtbundesrat. Dieser wird voraussichtlich am 7. November 2018 entscheiden.
 
transfair hofft, dass die bisher mit grossem Einsatz durchgeführten Aktionen Früchte tragen werden. transfair unterstützt seine Mitglieder und fordert nachdrücklich, dass das Personal, das 2013 bereits eine Erhöhung des Pensionierungsalters auf 60 Jahre hinnehmen musste, nicht ein weiteres Mal bestraft wird. Der Personalverband wird Sie weiter informieren.
Einsatzbereiche
EDA, Grenzwachtkorps, VBS